Rotterdam

Meine Reise nach Rotterdam ist fast 10 Jahre her (unglaublich!). Die Tagesreise war eine spontane Entscheidung. Ein paar Arbeitskollegen und ich wollten ursprünglich ins Grüne fahren, aber das Wetter hatte sich entschieden, uns einen Strich durch die Rechnung zu machen. In Köln und um Köln herum hat es geschüttet, wie aus Eimern.

Wir sind ins Auto gestiegen und wollten so lange fahren, bis es sonnig wurde. Bis zur Grenze zu den Niederlanden hat es kontinuierlich geregnet. Irgendwann hinter der Grenze kam auch die ersehnte Sonne 🙂 Da haben wir entschieden, dass wir einfach mal eine kurze Stadtbesichtigung machen. Nach einigen Diskussionen ob Amsterdam oder Rotterdam (soweit ich mich erinnern kann, stand nichts anderes zur Debatte) haben wir uns für Rotterdam entschieden – hauptsächlich weil die meisten von uns bereits in Amsterdam gewesen waren. Rotterdam hingegen war uns völlig unbekannt. Folglich: Ab nach Rotterdam – dem berühmten Hafen.

Ihr könnt euch vorstellen, dass wir völlig unvorbereitet in die Stadt gefahren sind und uns erstmal prompt verlaufen haben. Heißt: Wir sind erstmal stadtauswärts statt Richtung Innenstadt gelaufen, was uns einiges an Zeit gekostet hat. Wir haben es mit Humor genommen, sind umgekehrt und haben letztendlich doch noch den Stadtkern erreicht.

Rotterdam ist eine hochinteressante Stadt, berühmt für ihre Architektur. Einige der Hochhäuser waren auch richtig faszinierend und sehr einfallsreich. Besonders die weltbekannten Kubushäuser. Ich musste richtig staunen.

Allerdings hat Rotterdam entweder keine richtige Altstadt oder wir waren zu verpeilt, um sie zu finden 😉

Los geht’s!

1. Ankunft in den Niederlanden

Wir haben recht schnell gemerkt, dass wir die Grenze passiert haben, trotz der fehlenden Grenzkontrollen (ist an sich gar nicht so lange her, dass es die mal gab, wenn man so darüber nachdenkt…). Nicht nur, dass uns eine strikte Geschwindigkeitsbegrenzung plötzlich abbremste, wir wurden auch noch kurz nach der Grenze mit einem klassischen Holland-Bild begrüßt 🙂

Hallo Holland

2. Kubushäuser

Rotterdam ist voll von Häuser in moderner Architektur – wie ich oben schon kurz erwähnt habe – dennoch stechen die Kubushäuser als absolut einzigartig hervor. Ich mag fast sagen, dass sich eine Reise nach Amsterdam allein schon lohnt, wenn man es schafft, einen Blick auf diese wundersame Architektur zu werfen.

Kubushäuser stehen wohl nicht nur in Amsterdam, wie ich später gelesen habe. Der Prototyp der Kubushäuser wurde vom Architekten Piet Blom von 1973 bis 1974 in Helmond gebaut. Einige der Prototyp-Häuser wurden durch einen Brand schwer beschädigt. Die Häuser in Rotterdam standen zumindest 2006 noch alle unversehrt da.

Kubushäuser in der SonneWir sind drumherum, drunter und drüber geklettert und konnten es uns dennoch kaum vorstellen, wie es sich in einem solchen schiefen und schrägen Haus, in dem bestimmt keine einzige gerade Wand existiert, überhaupt gemütlich leben kann.

Sehr verwinkelt
Sehr verwinkelt

3. Erasmus von Rotterdam

Ein wenig kulturelle Bildung wurde es dann doch noch, trotz spontaner Reise, da die Statue von Erasmus von Rotterdam mich dazu animierte, den Gelehrten und Theologen zu googlen und Informationen über ihn zu sammeln.

Erasmus von RotterdamAls ich vor der Statue stand, musste ich mich im ersten Moment fragen, warum mir der Name so bekannt vorkam. Zuerst erinnerte ich mich an das Erasmus-Programm europäischer Universitäten (wurde eingeführt, um Studierenden einen Auslandsaufenthalt im Studienverlauf zu ermöglichen). Funktioniert recht gut, soweit ich weiß…

Dann habe ich mich daran erinnert, dass Erasmus kein Erfundener Name ist, sondern für einen wichtigen Humanisten aus dem 15. Jahrhundert steht. Er war bekannt für seine kritische Haltung gegenüber der katholischen Kirche, wenn auch nicht so streng, wie Luther (mit dem er korrespondierte).

4. Stadtkern Rotterdam

Ich hätte gerne eine klassische Altstadt gesehen, allerdings erinnere ich mich nur noch an das Rathaus und an dem Denkmal für die Bürger Rotterdams, das – wie könnte es anders sein – als Erinnerung an den zweiten Weltkrieg und die deutsche Besatzung errichtet wurde.

Es gibt in der Altstadt auch eine wunderschöne Kirche: Laurenskerk, aber die habe ich nicht fotografiert – was mich heute schon sehr erstaunt! Sie ist eines der wenigen Gebäude , die nach dem zweiten Weltkrieg restauriert wurden. Der Großteil des Stadtkerns wurde nicht mehr originalgetreu wieder aufgebaut, sondern durch moderne Architektur ersetzt. Damit hat Rotterdam viel Ähnlichkeit mit meiner Wahlheimat Köln.

5. Rotterdam und die Architektur

Ich habe mir diese Gebäude angeschaut und sie stumm bewundert 🙂 Die Phantasie kennt keine Grenzen. Aber urteilt selbst:

Beim ersten Gebäude (rechts) frage ich mich, ob man ganz oben das Gefühl hat, nach vorne wegzukippen oder ob man festen Boden (im Sinne von geraden Boden) unter den Füßen hat.

Beim zweiten Gebäude (links) glaube ich, dass oben ein Konferenzsaal ist, aber mal ehrlich? Wer traut sich, in der Luft schwebend eine Konferenz abzuhalten hat Nerven wie Drahtseile 😉

6. Menschen und Atmosphäre

Da wir nur wenige Stunden in Rotterdam waren und recht wenig Kontakt mit den Einheimischen hatten, konnte ich mir von den Menschen vor Ort kein Bild machen. Der einzige Eindruck, den ich gewinnen konnte, war beim Mittagessen in ein Restaurant im Zentrum und die Angestellten waren recht nett. Ich mag nicht sagen sehr freundlich, aber sie waren zumindest zuvorkommend.

Was uns alle sehr erstaunt hat war, dass die Weltstadt Rotterdam um 18 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt 🙂 Um 19 Uhr waren die Straßen verlassen und die meisten Geschäfte geschlossen. Es war eine interessante Erfahrung – wobei sich das in den letzten 10 Jahren vielleicht geändert hat. Wir wären gerne noch ein wenig geblieben, bei den Kubushäusern einen Kaffee getrunken (als Stärkung für die Rückfahrt) und den Sonnenuntergang bewundert, aber selbst die Cafés hatten um 19 Uhr bereits geschlossen. Ein wenig enttäuscht waren wir schon.

Krummes Haus

Fazit

Für einen Spontantrip aus Köln war Rotterdam gut geeignet, allerdings würde ich allen Reisenden empfehlen, sich ein wenig zu informieren, bevor sie losstürmen. Mehr als einen Tag würde ich für die Stadt nicht einplanen. Mag sein, dass sich in den letzten Jahren einiges geändert hat und es bestimmt sehr viele Sehenswürdigkeiten gibt, die wir nicht entdeckt haben, aber ich glaube einfach nicht, dass man länger als einen Tag in Rotterdam was zu tun hat. Ich schließe hier bewusst den Besuch von Museen oder Ausstellungen aus – es geht um eine reine Besichtigungstour. Trotzdem, für eine Stippvisite ist Rotterdam sehr gut zu empfehlen.

Panorama

Eine Buchempfehlung kann ich hier nicht geben, da ich kein Buch mit hatte 😉


2 thoughts on “Rotterdam

  1. Christina Antworten

    Genial, ich liebe solche spontanen Aktionen. Würde gerade auch am liebsten einfach losfahren 😀
    Liebe Grüße
    Christina

    1. Maria Antworten

      Danke! So spontane Aktionen mache ich leider schon lange nicht mehr… Ich frage mich warum eigentlich nicht mehr – ich müsste einfach wieder damit anfangen 🙂
      Liebe Grüße
      Maria

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