Burg Satzvey – mit Burgweihnacht

Auf einer Tafel, die direkt vor der Burg  aufgestellt ist, steht geschrieben, dass die Wasserburg Satzvey im 13. Jahrhundert von einem Herrn von Vey erbaut und 1396 erstmals urkundlich erwähnt wurde (wie man später bei der Burgführung erfährt). Nach mehreren Umbauten – meist Erweiterungen – und zahlreichen Schenkungen an Neffen, jüngeren Söhnen und so weiter, kam die Burg in den Besitz der Familie, die es heute noch bewohnt.

Die Finanzierung der Burg wird durch zahlreiche Veranstaltungen gesichert. Eine davon ist das Mittelalterliche Ritterfest an Pfingsten, das ich 2013 besucht habe. Das Fest war großartig und hat sehr viel Spaß gemacht. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Ritterspiele auf Burg Satzvey zu sehen.

Eine andere Veranstaltung ist die Burgweihnacht. Jedes Adventswochenende vor Weihnachten findet im Burghof und um die Burg herum ein Weihnachtsmarkt statt, den ich am ersten Advent 2015 besucht habe. Davon kann ich nicht so begeistert schwärmen, dazu aber später mehr.

1. Eingang und Burgwächter

Um zur Burg zu kommen, muss man erst durch das kleine Dörfchen Satzvey laufen (parken darf man nur vor dem Dorf), aber es ist nicht weit. Vielleicht so zwei-drei Minuten Fußweg. Die Burg sieht man erst, wenn man quasi schon davorsteht.

Bis zur Burg fallen einem die „Wächter“ von Satzvey auf. Zum einen sind es gefährliche Löwen, die links und rechts vom Eingang sowie den ganzen Weg über die Burg wachen. Zum anderen aber gibt es auch niedliche kleine Hunde, die einfach nur süß sind 🙂

2. Die Burg

Burg Satzvey gilt als eine der am besten erhaltenen Wasserburgen im Rheinland. Mittlerweile sind die ersten Bauteile der Burg über 600 Jahre alt. Die Burg sah nicht immer so aus, sie wurde im Laufe der Zeit einige Male erweitert. Leider bekam die Burg im Zweiten Weltkrieg einige schwere Treffer, die Schäden wurden aber mittlerweile wieder behoben.

Man sieht es der Burg an, dass sie sehr alt ist. Teilweise fühlt man sich wie im Mittelalter 🙂

Burg Satzvey heute

3. Innenhof

Mir sind im Innenhof der Burg zwei Sachen aufgefallen, die ich für sehr interessant gehalten habe. Zum einen der kopflose Ritter, der ganz gelassen auf einer Mauer sitzt und herunter auf die Normalsterblichen schaut, die durch den Burghof spazieren. Zumindest nehme ich an, dass er herunterschaut, da er ja keinen Kopf hat 😉

Zum anderen fallen die kleinen Kanonen im Burghof auf, die besonders den Kindern sehr viel Spaß machen. Die Kanonen sind kleiner, als sie auf dem Bild wirken und scheinen ganz und gar nicht bedrohlich zu sein.

4. Burginneren

Burg Satzvey ist ab und zu für Besucher geöffnet (nicht immer!). An Wochenenden mit Veranstaltungen – wie die Burgweihnacht oder die Ritterspiele – kann man davon ausgehen, dass die Burg besichtigt werden kann. Die Räumlichkeiten können ausschließlich im Rahmen einer Führung besichtigt werden, die fünf Euro kostet. Ob sich das lohnt, weiß ich nicht so genau… daher spreche ich hier auch keine eindeutige Empfehlung aus.

Die Burg von innen ist nicht besonders groß. Es gibt vier Räume, die besichtigt werden können, alle im Erdgeschoss. Im ersten und zweiten Obergeschoss wohnt die Familie und es gibt einige Räume, die vermietet werden. Ich glaube, es ist recht schön, eine Weile in einer echten Burg zu wohnen. Andererseits ist Burg Satzvey schon recht abgelegen. Um etwas unternehmen zu können, ist man auf das Auto angewiesen.

Im Empfangsraum (erstes Bild von links) werden heute Hochzeiten gefeiert. Der Raum kann auch für andere Veranstaltungen gebucht werden. Der Speisesaal (zweites Bild von links) wird heute selten genutzt.

Im Terassenzimmer – heißt so, weil die Glastür links auf eine wunderschöne Terasse hinausführt – hängen Portraits der letzten Generationen von Burgbesitzern.

Das letzte Bild zeigt das gemütliche Wohnzimmer. Man könnte direkt darin wohnen 🙂 Was meiner Meinung nach schon recht ungewöhnlich für eine Burg ist. Meist wirken die Räumlichkeiten eher kalt.

5. Besonderheiten

Was darf in einer Burg nicht fehlen? Natürlich die Hinweise auf die mittelalterliche Vergangenheit 🙂 In Burg Satzvey wird die Geschichte durch Gemälde an der Wand, Bronzefiguren, Ritterrüstungen und ein kleines Waffenarsenal des Mittelalters lebendig gemacht.

Die kleine Waffensammlung ist zum Anfassen 😉 Der Burgführer führt alle Waffen vor und erklärt ihre Handhabung. Danach kann jeder Teilnehmer je nach Lust und Laune kurz damit umgehen. Einige der Waffen – wie die Hellebarde oder das Schwert – sind sogar richtig schwer.

An einem Gemälde an der Wand (Bild rechts) wird ein Ritterturnier mit einem Ritter in voller Montur – Rüstung und Waffen – deutlich gemacht.

Zweiarm-SchwertIch konnte nicht widerstehen, wenigstens das Schwert und den Rüstungshelm mal auszuprobieren. Stolz kann ich verkünden, dass ich es zumindest halten konnte hehe Um damit kämpfen zu können, wären vermutlich etliche Trainingsstunden vonnöten… Was ich da in den Händen halte ist ein Zweiarm-Schwert. Man nennt es so, weil es selbst für die trainierten Kämpfer des Mittelalters zu lang und zu schwer war, um mit nur einem Arm geführt zu werden. Das Schwer wurde immer mit beiden Armen geführt.

6. Burgweihnacht

Jedes Jahr zu Weihnachten findet auf Burg Satzvey das Burgweihnachten statt: an jedem Adventswochenende findet im Burghof und um die Burg herum ein Weihnachtsmarkt statt. Für die Kinder wird ein Krippenspiel inszeniert und es gibt eine Bühne, wo der Weihnachtsmann zu bestimmten Uhrzeiten erscheint und zusammen mit seinen Wichteln mit den Kindern spielt – ich vermute, er verteilt auch Geschenke, aber da ich die Show nicht gesehen habe, bleibt das eine Vermutung meinerseits 🙂

Die Burg und der Innenhof waren schön weihnachtlich Geschmückt. Es gab einige Stände mit Dekorations-Elementen (viele handgemacht), ein handbetriebenes Karussell für Kinder (hochinteressant das Ding) und natürlich Stände mit Glühwein und Essen – Bratwurst, Waffeln usw.

Dennoch mag ich die Burgweihnacht nicht empfehlen. Ich war schlicht enttäuscht. Im Grunde war es ein kleiner, ganz normaler Weihnachtsmarkt (bis auf das Karussell) und hatte nichts Besonderes zu bieten. Dafür, dass die meisten Besucher erstmal hinfahren müssen (Benzinkosten!) und der Weihnachtsmarkt auch noch acht Euro Eintritt kostet, wurde da wirklich nicht viel geboten. Ich habe gedacht, ein Weihnachtsmarkt auf einer Burg wäre speziell und man hätte sich etwas einfallen lassen, was aber nicht der Fall war. Schade… schade… nächstes Jahr gehe ich nicht mehr hin und empfehle die Burgweihnacht auch niemandem weiter. Mit den wunderschönen Weihnachtsmärkten in den Großstädten ist man besser – und günstiger (keine Fahrtkosten, kein Eintritt) – beraten.

Fazit

Als eine der ältesten und am besten erhaltenen Wasserburgen im Rheinland ist Burg Satzvey eine Reise wert. Allerdings würde ich empfehlen, den Burgbesuch wegen der längeren Anfahrt mit einer anderen Aktivität zu kombinieren. Was ich empfehlen kann, ist das Ritterfest (bzw. mittelalterlicher Markt mit Ritterfestspiele) an Pfingsten auf Burg Satzvey. Die waren großartig und der Eintritt und die lange Fahrt haben sich in dem Fall gelohnt.Ritterspiele

Link zur Homepage: Burg Satzvey

Burgführungen finden Samstag, Sonntag und an Feiertagen zu jeder vollen Stunde (zwischen 12:00 und 17:00 Uhr) für einen Preis von fünf Euro pro Person (Erwachsene) statt.

Für die schönsten Weihnachtsmärkte in Köln klickt bitte hier und hier 😉


4 thoughts on “Burg Satzvey – mit Burgweihnacht

  1. atroksia Antworten

    Ich liebe solchen Kram 😉

    1. Maria Antworten

      Ich liebe es auch 😉 Deswegen versuche ich, so viel wie möglich davon zu sehen.

  2. […] Oder wie wäre es mit einem Spaziergang über den Weihnachtsmarkt an der Burg Satzvey? […]... faszinationeuropa.de/2015/12/14/traumhafte-weihnachtsmaerkte-in-koeln-teil-1
  3. […] Folgt mir auch zum Weihnachtsmarkt im Schatten der Burg: Burg Satzvey und seine Burgweihnacht. [R... faszinationeuropa.de/2016/12/08/traumhafte-weihnachtsmaerkte-in-koeln-teil-2

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