Drei Lieblingsgerichte oder gegessen wird immer

Vielleicht sollte ich das nicht ganz so laut sagen, aber ich esse viel und gerne 😉 Meine natürliche Neugierde lässt mich auf Reisen auch alles ausprobieren, was irgendwie exotisch oder anders ist, weil ich einfach wissen möchte, wie das schmeckt.

Auf Reisen versuche ich immer, die landestypischen Köstlichkeiten zu finden und zu probieren und ich riskiere gerne ein Naserümpfen, wenn ein Gericht mal überhaupt nicht schmecken sollte. Zumindest weiß ich dann, dass Gericht X eben nichts für mich ist. Reisen ist erleben und dazu gehört auch das Essen, besonders da wir essen müssen, ob zuhause oder im Ausland 🙂 Meine einzige Grenze ist bei Essen, das noch lebt. Da hört bei mir die Neugierde auf, aber in Europa ist das verspeisen von lebendem Getier zum Glück nicht Tradition.

Welche Gerichte haben mir bis jetzt auf Reisen am besten geschmeckt? Tja… die Frage lässt sich nicht so leicht beantworten, da jedes Land entweder ein typisches Gericht hat, das so lecker schmeckt, dass es für immer in Erinnerung bleibt, oder man stolpert zufällig über einen kleinen Geheimtipp – wie geschehen bei einem Besuch in Großbritannien.

Die Auswahl fiel mir wahrhaftig nicht leicht, aber letztendlich habe ich mich für drei traumhafte Leckereien entschieden.

1. Belgische Waffeln

Lieblingsessen in Belgien

Allein der Gedanke an die köstlichen belgischen Waffeln lässt mir schon das Wasser im Mund zusammenlaufen 😉 Belgische Waffeln sind ein absoluter Traum und leider findet man den echten, puren Waffelgeschmackt ausschließlich in Belgien. Ich habe weder in Deutschland noch sonstwo Waffeln gegessen, die so gut geschmeckt haben. Gekonnt ist eben gekonnt – die Belgier haben es einfach drauf.

Die Waffel findet man in Kombination mit den verschiedensten Köstlichkeiten: Sahne, Nutella, verschiedene Früchte, Eis… aber mir schmecken sie am liebsten pur. Allerhöchstens mit Zucker. Na gut, manchmal, wenn ich Heißhunger haben, auch mit Nutella hehe

Gut für die Figur sind die leckeren Waffeln natürlich nicht, aber man verreist ja auch nicht jeden Tag.

2. Britische Reisbällchen

Überraschung beim Essen in GB

Als ich auf einem britischen Markt zum ersten Mal über die runden Reisbällchen gestoßen bin, wusste ich nicht genau, was ich damit anfangen soll. Gefüllte Reisbälle in Panade klang auch nicht gerade nach etwas, das einen kulinarischen Hochgenuss verspricht. Von den vielen Versionen und Füllungen – es gab sie wirklich mit allen möglichen Füllungen von Hähnchenfleisch über Chili bis vegane Reisbällchen – habe ich mich doch für eher die vorsichtige Variante entschieden.

Ich nahm Hähnchenfleisch als Füllung – und habe es nicht bereut 🙂 Grandios! Ich habe wirklich keine Ahnung, ob die Reisbällchen typisch britisch sind oder von irgendwoher importiert wurden, aber ich kann sie euch nur empfehlen. Sie schmecken absolut lecker.

Ergänzung: Mittlerweile habe ich mehrere Tipps bekommen, wo die Reisbällchen wohl ihren Ursprung haben könnten. Leider kann ich (noch) keine konkrete Aussage dazu treffen, da die Tipps wirklich weltumspannend waren, von Sizilien bis Indien. Ich warte gespannt auf weitere Tipps und informiere euch, sobald ich Konkreteres weiß. Es bleibt spannend 😉

3. Obatzda auf Brezen

Lieblingsessen in Deutschland

Bitte nicht aufschreien, ja? 😉 Ich weiß, Bayern ist nicht gerade das Ausland aber ich mag Obatzda mit Brezen unheimlich gerne und esse die Kombination aus Käse und Laugengebäck immer, wenn ich in Bayern bin.

Als ich das erste Mal in München war und eine Brezel bestellt habe, bin ich ganz harmlos von einer normalgroßen Brezel ausgegangen und war erstaunt, wie gigantisch die bayrische Brezen ist. Ich empfehle also, nicht gierig zu werden und erstmal eine Brezel zu bestellen. Zusammen mit dem leckeren Käse ist das eine ordentliche Mahlzeit.

Vielleicht sollte ich hier noch hinzufügen, dass Obatzter/ Obatzda oder Obazda ein Käsegemisch ist, den man leicht aufs Brot, oder in dem Fall auf einer Brezel, streichen kann. Wikipedia meint, es ist eine pikante Käsezubereitung aber ich hatte nicht den Eindruck, dass es pikant war und dabei reagiere ich auf pikantes Essen sehr sensibel.

Kleiner Geheimtipp am Schluss

2016 07 04 - SarmaleWenn ihr jemals in Rumänien seid, probiert unbedingt die Krautwickel (rumänisch = Sarmale). Sie sehen vielleicht nicht so aus, aber sie sind sehr lecker 🙂 Leider gibt es sie bis jetzt nicht in einer vegetarischen Version, aber vielleicht kommt das noch. Achtet darauf, dass ihr die Krautwickel tatsächlich in Kraut gewickelt kauft.

Es gibt sie auch mit Weinblätter, die schmecken mir persönlich aber nicht so gut. Außerdem sind die Wickel mit Weinblätter nicht landestypisch. Man findet sie auch in vielen anderen Ländern des Balkans.

Fazit

Essen müssen wir – auch auf Reisen oder besonders auf Reisen, wo die vielen neuen Eindrücke und Erlebnisse den Hunger auch noch steigern. Ich handle immer nach dem Prinzip, besser etwas ausprobiert zu haben, als später das Versäumnis zu bereuen. Zumindest kann man dann mitreden.

Diesen Artikel habe ich als Beitrag für die Blogparade „Reise-Food: Dein Essen ist nicht mein Essen“ von Flocutus geschrieben. Es war höchst interessant, über meine Essgewohnheiten auf Reisen nachzudenken.

Weitere Artikel, die an der Blogparade teilgenommen und mir sehr gut gefallen haben:

  1. Marco von Life is a Trip hat sieben unglaubliche Gerichte zusammengestellt unter: 7 schräge Gerichte, die man nicht unbedingt gegessen haben muss.
  2. Daniel von Rucksackträger berichtet über seine fünf Lieblingsgerichte rund um die Welt unter: Essen auf Reisen – Meine fünf globalen Lieblingsgerichte.
  3. Martina von Places and Plasures hat eine Liste ihrer Lieblingsgerichte aufgestellt, der ich mich vollständig anschließen kann unter: Reise-Food – Nicht immer exotisch, aber in fast jedem Fall lokal.
  4. Sabine von Ferngeweht stellt fünf Gerichte auf vier Kontinente vor, eins leckerer als das andere unter: Fünf Lieblingsküchen auf vier Kontinente.

26 thoughts on “Drei Lieblingsgerichte oder gegessen wird immer

  1. Sabine von Ferngeweht

    Danke für die Erwähnung! Und auch für die weiteren leckeren Tipps. Deine britischen Reisbällchen sehen übrigens verdächtig nach sizilianischen Arancini aus 😉

    1. Maria

      *hihi* Danke für den Tipp 🙂 Wenn ich nach Sizilien reise, werde ich auf jeden Fall die Augen weit offen halten. Allein schon um noch mehrere Versionen dieser Leckereien auszuprobieren… die Welt ist echt ein Dorf.
      Viele Grüße
      Maria

  2. Christina

    Ich liebe Obatzda. Habe ich auch schon ganz oft selbst gemacht. Total lecker einfach 🙂

    1. Maria

      Das kann man selber machen? Ich muss mir unbedingt ein Rezept raussuchen 🙂 Auch wenn der Käse dann nur mit kleinen (normalen) Kölner Brezeln in Kontakt kommt, ist es zumindest ein Hauch vom Original *hehe*

  3. Florian

    Als stolzer Franke sage ich mal: Bayern ist sehr wohl feindlliches Ausland! Aber gegen Brez’n und Obazda (bei uns sagt man Gerupfter) hab ich trotzdem nix 😉

    Danke für’s Mitmachen bei der Blogparade.

    1. Maria

      Das kann ich mir vorstellen 😉 Ich musste auch lernen, Unter- und Oberfranken bloß nicht mit Bayern zu verwechseln. Man lernt eben nie aus…
      Sehr gern! Ich fand die Idee toll und habe mit Begeisterung teilgenommen!
      Viele Grüße
      Maria

  4. […] Faszination Europa mit Lieblingsgerichten von Bayern bis Rumänien […]... flocutus.de/reise-essen
  5. […] Darüber hinaus will ich in einem anderen Land auch die einheimischen kulinarischen Köstlichkeiten ... faszinationeuropa.de/2017/05/26/5-gruende-urlaub-sparen
  6. Katja

    Ob Ausland oder nicht, ich kann deine Liebe zu Obatzda und Brezn absolut verstehen und nachvollziehen 🙂 übrigens, er soll zum Welterbe erklärt werden 🙂
    Ein Biergartenbesuch ohne, unvorstellbar.
    Allerdings die britischen Reisbällchen fand ich so garnicht ansprechend. Haben sie dir geschmeckt? Ich bin gespannt auf die Erklärung wo sie wirklich ihren Ursprung haben.
    Viele Grüße
    Katja

    1. Maria

      Die Erhebung zum Welterbe unterschreibe ich ungelesen. Ich habe jetzt Heißhunger darauf entwickelt… Ich muss dringend wieder nach Bayern 😉
      Da es so viele verschiedene Reisbällchen gab, kann ich nachfühlen, dass es welche gibt, die ganz und gar nicht schmecken. Ist in unsere Gruppe auch passiert… Mein Reisbällchen schmeckte zum Glück sehr sehr lecker.
      Viele Grüße
      Maria

  7. Monika und Petar Fuchs

    Oh wie schön! Eine bayrische Spezialität hat es auch auf Deine Liste geschafft. Sind die belgischen Waffeln mit den holländischen Stroopwaffeln zu vergleichen?

    1. Maria

      Mir ist die Wahl auch nicht leicht gefallen, aber die Bayrische Spezialität müsste einfach sein.
      Leider kann ich den Vergleich nicht bestätigen, da ich Stroopwaffel nicht kenne 🙁 Wenn ich das nächste Mal in den Niederlanden bin, muss ich das unbedingt ausprobieren.
      Viele Grüße
      Maria

  8. Gina

    Liebe Maria,

    mir geht es genauso wie dir: wenn ich reise, muss ich auch die lokale Küche ausprobieren. Das gehört einfach dazu.
    Und ich finde es irgendwie schön, dass nationale Gerichte wie die belgischen Waffeln vor Ort am besten schmecken und nicht überall auf der Welt zu haben sind. So bleibt es wirklich etwas besonderes.

    LG
    Gina

    1. Maria

      Au ja! Viele Gerichte bleiben in meiner Erinnerung untrennbar mit dem jeweiligen Reiseort verbunden. Manchmal habe ich aber auch Heißhunger darauf und das sind dann die Momente, wo ich mir wünsche, alles Essen gäbe es überall. Häufig nehme ich das als Anlass, wieder zu Reisen – ich finde ja auch immer eine Entschuldigung 😉
      Liebe Grüße
      Maria

  9. Katharina

    Hallo Maria,
    wir versuchen auf Reisen auch immer die landestypische Küche auszuprobieren und haben so schon viele leckere Rezepte mit nach Hause gebracht. Unser neuster Favorit ist Tea Leaf Salad aus Myanmar. Bei den Waffeln kann ich Dir nur zustimmen – so lecker und nicht nur in Belgien 😉
    LG
    Katharina

    1. Maria

      Hallo Katharina,
      landestypische Köstlichkeiten sind immer wieder eine Überraschung 🙂 Manchmal sind sie unglaublich lecker, manchmal könnte ich schreiend davonlaufen. Dennoch freue ich mich jedes Mal, eine Erfahrung reicher geworden zu sein. Ich muss einfach alles ausprobieren, was mir über den Weg läuft…
      Viele Grüße
      Maria

  10. Jessi

    Liebe Maria,

    eine sehr leckere Auswahl!
    Vor allem die belgischen Waffeln liebe ich auch. Da hätte ich jetzt gern so eine große wie auf dem Foto. 😀
    Die Krautwickel aus Romänien muss ich aber auf jeden Fall noch probieren, die klingen ja echt interessant.

    Liebe Grüße,
    Jessi

    1. Maria

      Liebe Jessi,
      ich hätte mir auch eine Waffel in der Größe gewünscht, alledings hätte ich nur visuell den Hals nicht voll bekommen, da der größte Teil der Waffel wahrscheinlich verdorben wäre *hehe* Dennoch bin ich immer sehr traurig, wenn ich merke, die Waffel geht zu Ende und würde am liebsten direkt weiterfuttern. Ein Glück, dass das Phänomen nur in Belgien auftritt, sonst würde ich selbst aufgehen, wie Hefeteig.
      Viele Grüße
      Maria

  11. Elena

    Liebe Maria,
    als grenznah lebende Österreicherin bin ich sehr oft in Bayern und kann deine Vorliebe für Obatzda mit Brezen total nachvollziehen. Ich trinke zwar kein Bier, aber wie Kaja schon erwähnt hat – beim Biergarten Besuch ist das Pflicht!
    Die Waffeln kenne ich auch! ein Freund von mir hat sich nach seiner zeit in Brüssel sogar ein Waffeleisen zugelegt, weil er fast süchtig danach war 🙂
    Die Reis-Bällchen würde ich auf jeden Fall in den unterschiedlichsten Varianten versuchen und ob gut oder nicht, liegt bestimmt am Koch!
    Viele Grüße
    Elena

    1. Maria

      Liebe Elena,
      das schöne Österreich habe ich bis heute etwas stiefmütterlich behandelt – wie ich zu meiner Schande gestehen muss. Ich bin sicher, bei euch gibt es auch die ein oder andere Köstlichkeit, die einen einfach nicht mehr loslassen. Für nächstes Jahr habe ich mir eine Reise nach Wien fest vorgenommen und bis jetzt schon gespannt auf das, was ich Neues lernen kann, owohl von Land und Leute, als auch kulinarisch 😉
      Viele Grüße
      Maria

  12. Claudia Braunstein

    Hallo Maria, das ist eine witzige Auswahl an Lieblingsspeisen. Ich möchte keine Werbung hier für meinen Foodblog machen, aber ich habe tatsächlich ein Rezept für Vegetarische Sarma. Funktioniert ganz wunderbar mit Dinkelreis und Schafskäse, statt Hackfleisch. Liebe Grüße aus Salzburg, Claudia
    (Geschmeidige Köstlichkeiten, falls du dich auf die Suche machst)

    1. Maria

      Hallo Claudia,
      wow! Ich wusste gar nicht, dass es Sarmale auch in Vegetarisch gibt. Schmeckt bestimmt superlecker! Ich habe bis jetzt nur die mit Hackfleisch gegessen, aber ich werde die erste Gelegenheit ergreifen, mich mit den vegetarischen Sorten bekannt zu machen. Rumänien ist da noch nicht so weit im vegetarischen Bereich 😉
      Liebe Grüße
      Maria

  13. Alexandra

    Hallo Maria, die belgischen Waffeln würde ich am liebsten sofort verspeisen, so lecker! In München aber besser niemals eine „Brezel“ bestellen ;-). A Brezn mit Obazda, da sage ich auch nie nein, gehört zum Sommer hier in den Biergärten einfach dazu. Jetzt habe ich Hunger :-). LG Alexandra

    1. Maria

      Hallo Alexandra,
      das ist immer die Gefahr, wenn man über Essen schreibt – man bekommt sofort Hunger 😉 Ist schon sehr witzig. Bei der Zusammenstellung dieses Artikels hatte ich meine Schwierigkeiten bei der Auswahl und hab ewig daran gesessen. Du kannst dir vorstellen, dass immer was zum Knabbern dabei war.
      Viele Grüße
      Maria

  14. Anita

    Hallo Maria!
    Ich bin da gleich neugierig wie du: ich muss mich auf Reisen auch immer überall durchkosten. Im Foodheaven bin ich immer in Spanien, wenn ich mich die ganze Reise über durch Tapas futtern kann. Istanbul war auch der Hammer: die verschiedenen Vorspeisen (Meze) hatten es mir da ganz schön angetan 🙂 Danke für deinen tollen Beitrag! Dein Blog ist wirklich toll, ich bin genauso ein Europa-Fan wie du! LG aus Kärnten, Anita

    1. Maria

      Liebe Anita,
      juhu! Noch ein Europa-Fan! Und vielen lieben Dank :-* Ich finde, wir behandeln unseren Heimatkontinent manchmal ein wenig stiefmütterlich – ist ja alles so nah beeinander, aber da gibt es so viel Schönes zu entdecken (auch kulinarisch). Tapas liebe ich auch… gut, dass es auch hier in Deutschland ein paar tolle Tapas-Bars aufgemacht haben.
      Viele Grüße
      Maria

Comments are closed.