Deutschlands politischer Knotenpunkt – Drei Tage in Berlin (Teil 2)

Wie ich versprochen hatte, geht meine Reise durch Berlin hier weiter – Teil 2 der wichtigsten Sehenswürdigkeiten unserer schönen Hauptstadt erwarten euch auf den nächsten Seiten.  Ich bin immer noch und weiterhin gerne Tourist in Berlin. Ob ich allerdings in der Hauptstadt wohnen wollen würde… na… das glaube ich nicht. Selbst mir als Großstadtkind ist Berlin zu weitläufig. Dennoch, als Reiseziel ist die Stadt an der Spree auf jeden Fall zu empfehlen.

1. Der Potsdamer Platz

Der Potsdamer Platz beeindruckt mit seinen Glasbauten, dem Sony Center, der teilweise in der Luft zu hängen scheint und mit einem Hauch von Hochmoderne, der um den ganzen Platz herum weht 🙂

1.1 - Potsdamer Platz - SkylineViele namhafte Unternehmen haben mittlerweile ihren Hauptsitz am Potsdamer Platz, unter anderem, von weitem sichtbar, die Deutsche Bahn.

Während des Kalten Krieges war der Potsdamer Platz von der Mauer in Ost und West getrennt und war so gut wie gar nicht mehr bewohnt, da der Sicherheitsstreifen zur Mauer am Potsdamer Platz sehr breit war.

Kurz vor Weihnachten kann ich die Arkaden am Potsdamer Platz wirklich für einen kleinen (oder größeren Bummel) nur empfehlen. Sie sind wunderschön beleuchtet und haben ein einzigartiges Flair. Den Potsdamer Platz muss man meiner Meinung nach unbedingt zu Fuß erkunden. An der Haltestelle „Potsdamer Platz“ aussteigen und eine Runde drehen. Es lohnt sich.

Einen anderen Weg dahin zu kommen, ist mit den Hopp-on-hopp-off Bussen, die alle einmal über den Potsdamer Platz fahren 🙂

2. Hakesche Höfe

Die Hakeschen Höfe sind die süßeste Einkaufspassage, die in Berlin zu finden ist 😉 Viele kleine Läden und süße kleine Cafés bilden ein pulsierendes Zentrum und beim Spaziergang von einem Hof in den nächsten (es sind acht) wird man immer wieder aufs Neue überrascht.

Was sind die Hackeschen Höfe eigentlich? Es ist ein Baukomplex, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Gewerbegebiet gebaut wurde. Während der DDR-Zeit (die Hackeschen Höfe waren im Osten) wurde das Gelände stark vernachlässigt und verfiel. Nach der Wende hat man die Höfe liebevoll restauriert und heute sind sie ein Genuss für jeden Spaziergänger.

Ein Teil der Hakeschen Höfe ist bewusst nicht renoviert und im Urzustand belassen worden, um einen wichtigen Teil der Geschichte Berlins an den unterschiedlichen Verfallserscheinungen erklären und dokumentieren zu können.

Was findet man alles in den Hackeschen Höfen? In erster Linie kleine Geschäfte, die überwiegend von Künstler betrieben werden. Ihre Waren sind zwar recht teuer, dafür aber einzigartig und meist handgemacht. Allerdings gibt es auch Wohnräume, so dass die Höfe nachts geschlossen werden, um die Ruhezeiten einzuhalten.

Für mich ist der Besuch in den Hackeschen Höfen immer mit dem Ampelmännchen-Shop verbunden 🙂 Er ist ein wenig versteckt in einem der hinteren Höfen, aber der Laden ist eines der besten Berliner Souvenirläden, die es meiner Meinung nach gibt. Ich könnte mich jedes Mal arm kaufen.

3. Gendarmenmarkt

Gebaut im 17. Jahrhundert diente der Gendarmenmarkt ursprünglich als Schutzraum für die protestantischen Franzosen, die aus Frankreich hatten fliehen müssen (quasi der erste Asylbewerberplatz in Deutschland).

Charakteristisch für den Platz sind die zwei identischen Türme, die neben zwei Kirchen (der deutsche und der französische Dom) errichtet worden sind. Ich selbst habe den Platz an Weihnachten besucht und der gigantische Weihnachtsmarkt auf dem Gendarmenmarkt lässt wirklich keine Wünsche offen.

Im Laufe seiner Geschichte ist der Platz oft für Machtdemonstrationen und Propaganda genutzt worden (von Hitler wie auch von der Führung der DDR). Heute ist der Gendarmenmarkt ein kulturelles und wissenschaftliches Zentrum.

4. Checkpoint Charlie

Checkpoint Charlie ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlins – wenn man von wichtigsten Sehenswürdigkeiten sprechen kann, in einer Stadt, die von Geschichte und Besonderheiten nur so überquillt. Dennoch kann der Checkpoint Charlie tatsächlich als solches bezeichnet werden, da praktisch jeder Tourist, der etwas auf sich hält, einmal hingehen muss. Ja, tatsächlich muss 🙂

2.1 - Ab jetzt nur noch RussenDer Checkpoint Charlie von heute ist allerdings nicht das Original und steht auch nicht an dem Platz, wo der echte Checkpoint Charlie mal gestanden hat. Was wir heute sehen, ist eine Nachbildung. Das Original steht im Berliner Alliierten Museum. Die Nachbildung ist nur da für die Massen an Touristen.

Wenn man Glück hat, stehen am nachgebauten Checkpoint Charlie gerade zwei Schauspieler, einer in amerikanischer und einer in russischer Militäruniform (von damals, versteht sich), die sich für eine kleine Gegenleistung mit Touristen fotografieren lassen. Als ich ankam, waren die Schauspieler gerade voll in ihrem Element und ich muss es ihnen lassen: eine gute Show haben sie auf jeden Fall geliefert.

Nur zur Erinnerung: der Checkpoint Charlie war eines der Grenzübergänge zwischen Berlin West und Berlin Ost – wahrscheinlich der bekannteste Grenzübergang, da er im Laufe der Geschichte eine wichtige Rolle in der Verteidigung West-Berlins gespielt hat. Heute steht neben der Nachbildung des ersten Checkpoint-Häuschens das Berliner Mauermuseum, das ich leider nicht gesehen habe. Nächstes Mal, wenn ich in Berlin bin, mache ich eine Museums-Tour.

Was ist am Checkpoint Charlie zu sehen? Zum einen Informationstafel, die erklären, dass der amerikanische Sektor verlassen und der russische Sektor betreten wird (Bild links). Die Schilder, die die andere Seite markierten – also von der russischen auf die amerikanische Seite, sind nicht mehr da. Dann sieht man die erste Baracke, die am Grenzübergang nach dem Krieg errichtet wurde (Bild in der Mitte) und im ehemaligen russischen Sektor hängt die „letzte sowjetische Fahne“ die wohl in Berlin aufgehängt wurde. Lasst euch aber nicht täuschen J Die Fahne ist in Deutschland hergestellt und wird alle paar Jahre neu genäht und ausgestellt – alles nur Fake hehe Ihren Symbolwert verliert die Flagge dadurch bestimmt nicht.

5. Die Gedächtniskirche

Die Gedächtniskirche ist meiner Meinung nach einer der aussagekräftigsten Sehenswürdigkeiten in Berlin. Im zweiten Weltkrieg zerstört, ist sie nicht restauriert worden, damit sie als Mahnmal für spätere Generationen gegen die Schrecken des Krieges dient.

In Berlin auch als „Hohler Zahn“ bekannt, ist der zerbombte Turm heute Museum und eines der Wahrzeichen Berlins. Der Schokoladen-Laden gegenüber dem Gendarmenmarkt hat sie sogar in Schokolade verewigt (Bild rechts). Wenn ihr in Berlin seid, kann ich euch ein Besuch guten Gewissens ans Herz legen. Sowohl der restaurierte Teil der Kirche im modernen Stil als auch die Überreste des ausgebrannten und zerbombten Turms sind mehr als nur sehenswert.

6. Siegessäule

Nach drei erfolgreichen Kriegen Preußens Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts (gegen Dänemark, Österreich und Frankreich) wurde die Siegessäule als Symbol preußischer Dominanz gebaut und eingeweiht. Dass sie heute noch steht, haben wir den Amis und den Briten zu verdanken – nach dem zweiten Weltkrieg wollten die Franzosen sie nämlich sprengen. Ein Glück, dass die anderen dagegen waren 🙂

Ganz oben auf der Säule – von den Berlinern auch liebevoll „Goldelse“ genannt – steht die Göttin Viktoria, die Siegesgöttin. Auf dem Sockel sind vier Reliefs angebracht, die die drei Siege der Preußen dokumentieren. Leider bin ich aus Zeitgründen nicht nah genug an die Siegessäule herangekommen, um die Reliefs in ihrer vollen Schönheit zu fotografieren. Schade…

7. Was ist noch zu sehen?

Meine letzten beiden Stationen in Berlin waren zum einen der Hauptbahnhof (zur An- und Abreise) und das Carillon, das mir in seiner Schlichtheit doch sehr gefallen hat.

Jeder kennt den (ehemals) umstrittene Berliner Hauptbahnhof, den ich als sehr modern und in seiner Funktionalität sehr schön empfunden haben. Alles Glas und Stahl – auf jeden Fall angemessen für eine Hauptstadt des 21. Jahrhunderts.

Aber was ist der Carillon? Ich verrate es euch: es ist ein Glockenspiel, gestiftet von der Daimler-AG anlässlich des 750. Geburtstag der Stadt Berlin. Der Turm steht direkt am Haus der Kulturen der Welt, auch ein Museum, das ich bei meinem nächsten Besuch besichtigen möchte.

Als ich am Carillon vorbeigefahren bin, hatte ich das Glück, das Glockenspiel spielen zu hören. Es hört sich wirklich himmlisch an und wie die Berliner nun mal so sind, hat das Carillon ebenfalls einen Spitznamen und zwar der „Big Benz“. Diese Berliner 😉

Fazit: Das waren meine drei Tage in Berlin 2016. Nicht mein erster Besuch aber definitiv auch nicht der letzte Aufenthalt in der Hauptstadt. Die Stadt hat noch so viel zu bieten, von den ganzen Museen mal völlig abgesehen.

Was ich dieses Mal in der kurzen Zeit besuchen konnte, war das Madame Tussauds Museum, das ich wärmstens empfehlen kann. Ich hatte beim Besuch sehr viel Spaß 🙂 Leider ist es nicht erlaubt, Bilder aus dem Museum öffentlich zu stellen, daher muss ich euch einfach einen Besuch ans Herz legen. Genau wie ein Besuch in Berlin – die deutsche Hauptstadt ist immer eine Reise wert.


5 thoughts on “Deutschlands politischer Knotenpunkt – Drei Tage in Berlin (Teil 2)

  1. Elke Antworten

    Danke für diesen tollen Bericht und auch Teil 1. Wohnen würde ich dort nicht wollen, zumindest nicht zentral.
    Aber dort hinreisen jederzeit.
    Wir sollten mal gemeinsam auf Reisen gehen.
    Hättest Du Lust.. Teil 3 wir zusammen.

    lg, Elke

    1. Maria Antworten

      Hallo Elke,
      danke für die lieben Worte und nein, in Berlin wohnen, würde ich auch nicht wollen, aber als Touristenziel ist die Hauptstadt großartig. Ob ich in nächster Zeit wieder nach Berlin reise, steht erst einmal offen. Es gibt so viel, was ich noch sehen will 😉
      Lg
      Maria

  2. Timo Antworten

    Schöner Bericht und tolle Fotos! Berlin werde ich wohl auch bald mal wieder besuchen.

    1. Maria Antworten

      Hallo Timo, vielen Dank 🙂 Meiner Meinung nach ist Berlin immer eine Reise wert, auch beim 1000. Besuch findet man immer wieder neue, überraschende und interessante Ecken.
      Grüße
      Maria

  3. […] Geschichte, der bewegten Gegenwart und hochspannenden Zukunft. Mittlerweile bin ich häufig in Berli... faszinationeuropa.de/2016/11/24/zusammenfassung-blogparade-europaeische-traumziele

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