Orvieto – Viel mehr als nur ein kleiner Zwischenstopp

Kennt ihr das gute Gefühl der positiven Überraschung, wenn man sich eigentlich nur ein wenig die Zeit vertreiben will und dann ein wunderschönes Erlebnis hat, an das man sich Jahre später noch lebhaft erinnert? In ihrem Gastbeitrag schildert Christina von Trip to the Planet genau ein solches Erlebnis bei einem Besuch in Orvieto. Viel Spaß beim Lesen 😉

Das kleine Städtchen Orvieto in Umbrien war auf der ursprünglichen Reiseroute für meinen Roadtrip durch Italien  eigentlich gar nicht vorgesehen. Ich bin ehrlich, ich hatte noch nie davon gehört. Da ich mein Zimmer in Rom allerdings erst am Nachmittag beziehen konnte, habe ich noch schnell einen kleinen Zwischenstopp rausgesucht.

In meinem Reiseführer bin ich auf die Tour Orvieto Underground gestoßen, die mein Interesse sofort geweckt hat. Die Führung passte zeitlich perfekt in meinen Plan und eignete sich damit super als zusätzlicher Programmpunkt meiner Reise. Ansonsten wusste ich nicht viel über die Stadt. Das war mir allerdings auch nicht sonderlich wichtig, da Rom bereits auf mich wartete und meine Vorfreude insbesondere auf das Kolosseum ohnehin nicht zu toppen war. Doch im Nachhinein bin ich fast ein bisschen traurig, dass ich für Orvieto nicht mehr Zeit hatte, da es so viel mehr als nur ein Zwischenstopp ist bzw. sein sollte.

Der gigantische Dom von Orvieto

Wie gesagt, ich wusste nicht, was mich in Orvieto neben meiner Tour durch den Untergrund noch erwartet und es interessierte mich auch nicht wirklich. Die Führung reichte mir und ich wollte meine Zeit vor meiner Weiterfahrt nach Rom einfach irgendwie sinnvoll nutzen.

Ich gab die Adresse in mein Navi ein und machte mich auf den Weg. Wie ich es vermutete, war in der kleinen Stadt mit ihren engen Gassen für mich und mein Auto kein gescheites Durchkommen. Von Parkplätzen will ich gar nicht anfangen. Wer schon in Italien war, wird wissen, wovon ich spreche und wer zum ersten Mal hinreist, wird sich an meine Worte erinnern.

Also ab ins Parkhaus und eben die paar Meter laufen. Eine gute Entscheidung, jedenfalls für den Hinweg. Zu Fuß konnte ich mir einen ersten Eindruck der Altstadt machen und war richtig positiv überrascht. Ich mag solche verwinkelten Gassen total und könnte stundenlang dort spazieren gehen, wenn ich denn die Zeit dafür habe.

An diesem Tag war das Programm jedoch zu straff, um mir eine ausgiebige Erkundungstour durch eine Stadt zu gönnen, der ich es gar nicht so wirklich zugetraut hätte, dass sich mich mit mehr als der Untergrund-Tour begeistert. Also versuchte ich auf schnellstem Weg den Veranstalter zu finden und mir ein Ticket zu kaufen. Ich wusste, dass ich irgendwo zum Dom muss.

Und dann erstrahlte er vor mir in seiner ganzen Pracht, der Dom von Orvieto. Ich hatte ja keine Ahnung, welches gigantische Bauwerk sich mir hier präsentieren würde. Ganz unverhofft habe ich einen der „1.000 Places to see before you die“ aus dem berühmten Buch von Patricia Schultz entdeckt, was ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht wusste. Diese Seite ist mir bei meiner Reiseplanung anscheinend völlig entgangen.

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Gerne hätte ich den Dom auch von innen besichtigt, da dies aber wie so oft nur gegen Bezahlung möglich ist, habe ich mir das aus Zeitgründen leider sparen müssen. Ansonsten hätte ich natürlich noch schnell einen Blick nach innen geworfen. Doch das hätte bedeutet, kostbare Zeit für meinen Besuch in Rom zu opfern, doch da stand das Kolosseum ein gutes Stück weiter oben in der Prioritätenliste.

Orvieto Underground – Führung durch die Keller der Stadt

Die Führung beginnt vor dem kleinen Büro des Veranstalters gegenüber des Doms. Hier kannst du dir für 6 Euro auch ein Ticket kaufen. Die Startzeiten scheinen im Laufe der Saison zu variieren. Zudem werden verschiedene Sprachen angeboten. Wann deine Tour beginnt, kannst du hier nachlesen: Orivetounderground.

Ich habe an der ersten englischsprachigen Führung des Tages teilgenommen. Obwohl ich schon einige Brocken mitbekommen habe, finde ich Italiener, die Englisch sprechen, unglaublich schwer zu verstehen. Das ging mir schon in Pisa so. Viel mehr interessiere ich mich aber ohnehin für die Umgebung und dafür, diese mit eigenen Augen sehen zu können. Alles andere kann ich zur Not auch im Nachhinein nochmal nachschlagen.

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Im Untergrund war es im Vergleich zu den Außentemperaturen recht kühl, was mich allerdings nicht weiter gestört hat. Nach einem kurzen Spaziergang haben meine Gruppe und ich zusammen mit unserem Tourguide den Eingang zu den unterirdischen Kellern der Stadt erreicht. Natürlich sind nicht alle Gänge für die Öffentlichkeit zugänglich. Für die, die man sich ansehen kann, müssen einige steile Treppenstufen überwunden werden. Etwa 45 Minuten wird man dann durch die Geschichte der Stadt geführt und erhält immer wieder tolle Einblicke in das frühere Leben.

Orvieto ist so viel mehr als nur ein kleiner Zwischenstopp

Leider habe ich mich vor meiner Reise zu wenig mit diesem tollen Ort beschäftigt. Während ich meine Zeit dort mehr oder weniger auf die Minute geplant habe, damit ich rechtzeitig nach Rom komme, lädt Orvieto eigentlich total zum Entschleunigen ein. Die kleinen Gassen, die ausnahmsweise mal nicht komplett von Touristen überfüllt waren, wie bei den vorherigen Orten, hätte man durchaus über mehrere Stunden gemütlich erkunden können. Auch die umliegende Landschaft ist ein absoluter Traum. Wenn du also mal nach Italien kommst, behalte Orvieto definitiv im Hinterkopf, es wird dich sicher nicht enttäuschen.

Warst du vielleicht schon in Orvieto? Wie hat es dir gefallen? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Vielen Dank an Christina für diesen tollen Beitrag über Oriveto und die schönen Erinnerungen, die sie hier mit uns teilt 🙂 Für mehr schöne Beiträg, besucht den Blog Trip to the Planet.

Christina ist…

Mein Name ist Christina und auf meinem Reiseblog TRIP TO THE PLANET schreibe ich für die kleine Auszeit zwischendurch über Kurztrips, Städtereisen, Tagesausflüge und Wanderungen. Der Blog steht für die „Step-by-Step-Weltreise“, richtet sich also in erster Linie an alle, die aus den verschiedensten Gründen die legendäre Weltreise (noch) nicht wagen und in vielen kleinen Schritten die Welt erkunden möchten.


6 thoughts on “Orvieto – Viel mehr als nur ein kleiner Zwischenstopp

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