Auf den Spuren der Römer – Der Archäologische Park in Xanten

Vom Archäologischen Park in Xanten hatte ich schon viel gehört, bevor ich überhaupt selbst dazu kam, im Rahmen eines Betriebsausfluges, den Archäologischen Park zu besuchen. Dieses Jahr im Mai war es endlich soweit. Bei herrlichem Wetter und zusammen mit meinen Kollegen, landete ich nach einer etwa eineinhalbstündigen Fahrt vor den Toren des APX in Xanten.

1. Der Archäologische Park

Vom Parkplatz aus sieht der Archäologische Park Xanten eher bescheiden aus. Im ersten Moment habe ich ihn glatt übersehen. Bis schlussendlich eine Mauer zwischen den Hügeln auftauchte, die unverkennbar den APX umrandete. Noch vor dem Eingang kamen wir an modernen Häusern vorbei, die sich offensichtlich in ihrer Dekoration am Park orientierten – was ich toll fand.

01 - Inspiration zum modernen HausbauWas ist aber der APX, also der Archäologische Park Xanten?

Wie uns im Rahmen einer Führung erzählt wurde, steht der APX auf einer ehemaligen Römischen Garnison, bzw. später einer richtigen kleinen Kolonie.

Die Römer zogen sich irgendwann zurück und hinterließen die Bauten ihrem Schicksal – ein Schicksal, das auch grausam zugeschlagen hat. Stein für Stein wurde von den Menschen in der Umgebung abtransportiert, um die heutige Stadt Xanten zu bauen. Von den ursprünglichen römischen Bauten ist so gut wie nichts mehr übrig. Nur noch die Fundamente sind nach fleißigem Graben durch die Archäologen hier und da noch sichtbar.

Dennoch können die Historiker aus zuverlässigen Quellen genau rekonstruieren, wie die Kolonie aussah.

Fazit meines Absatzes oben: der heutige Archäologische Park in Xanten ist kein Original, sondern eine Nachbildung, was man den Bauten zum Teil sogar ansieht. Informativ und eine schöne Reise durch die Geschichte ist es dennoch.

2. Das Amphitheater

Zentral und sehr dominant ist natürlich das Amphitheater – ein Ort des Vergnügens, der in keiner römischen Stadt, sei sie noch so klein, fehlen durfte.

Es gibt zwei Zugänge zum Amphitheater – der eine Zugang deutlich sichtbar von allen Seiten – war für die Besucher reserviert (Bild unten links). Gut beleuchtet und mit weiten, einladenden Gängen, konnte man bequem zu seinem Sitz in der Arena gelangen. Der andere Zugang, klein, dunkel und verborgen, war für die Kämpfer reserviert (Bild unten in der Mitte). Die Besucher durften die Kämpfer oder die wilden Tiere erst sehen, wenn sie kampfbereit waren.

Ich muss gestehen, dass die Betreiber eine geniale Methode gefunden haben, den heutigen Besucher das beklemmende Gefühl zu vermitteln, das die Gladiatoren in diesen engen dunklen Gängen wohl empfunden haben müssen. Wenn man sie betritt, sind die Gladiatorengänge nur schwach beleuchtet und es werden gedämpft Geräusche eingespielt, von verwundeten Menschen, von brüllenden Raubieren… es ist wirklich erschreckend realistisch. Ich wusste ja, dass ich durch eine Rekonstruktion im 21. Jahrhundert laufe und trotzdem ist mir angst und bange geworden. Nach etwa der Hälfte der Strecke wollte ich schleunigst wieder da raus. Sehr gut gemacht, muss ich schon sagen.

3. Wie lebten die Römer?

Die Rekonstruktionen im Archäologischen Park Xanten geben tatsächlich einen ziemlich guten Überblick über die Behausungen und Lebensweise der Römer.

Links im Bild seht ihr das Haus eines Händlers, das im Hauptraum eine Öffnung zur Straße mit einer für den Verkauf bestimmten Theke hatte.

Das Bild in der Mitte zeigt eine typische römische Küche und das Bild rechts eine Werkstatt. Gar nicht mal so ganz anders, als die europäischen Küchen und Werkstätten im Mittelalter.

Wichtig für die Bewohner der damaligen Kolonie war die Färberei. Nicht jeder konnte sich bunte Kleidung leisten, da Farben zu der Zeit richtig kostspielig waren, aber alle brauchten warme Kleidung für den Winter. Die Färberei ist wunderschön rekonstruiert und oben im 1. Obergeschoss werden Kleidungsstücke verschiedener Stämme gezeigt, die damals in der Region gewohnt haben – nicht nur von Römern.

Wie wir alle wissen, waren Bäder für alle Römer von herausragender Bedeutung. Auch im APX finden wir eine Therme, die aus einem kleinen Bad (Bild links) und einem großen Bad (Bild rechts) bestanden hat. Die Rekonstruktion ist wirklich gut gelungen, wie ich finde.

Die Xantener Kolonie hatte zu ihren Blütezeiten sogar eine Art Hotel, wo die Gäste von außerhalb für die Dauer ihres Aufenthaltes wohnen konnten. Heute wird neben den Museen-Räumen auch ein Restaurant in der ehemaligen Herberge – bzw. der Rekonstruktion derselben – betrieben. Allerdings weiß ich nicht, wie das Essen schmeckt, da ich dort nicht gegessen habe.

Im Bild links seht ihr den Speisesaal der ehemaligen römischen Herberge. Die Römer – erzählte man uns – haben nicht im Sitzen, sondern im Liegen gegessen. Die einzelnen Zimmer (Bild in der Mitte) sahen allerdings nicht ganz anders aus, als die von heute.

Jede Behausung in der römischen Zeit hatte am Eingang einen kleinen Altar für eine Gottheit, die das Haus beschützen sollte (Bild rechts). Es gab so viele Gottheiten, dass es schwer ist, sich zu merken, welche wo genau stand.

Fazit

08 - Römerpark in XantenDer Archäologische Park in Xanten ist auf jeden Fall sehenswert. Allerdings würde ich empfehlen, den Besuch auch auf die Stadt Xanten auszuweiten, sonst könnte sich die lange Anfahrt nicht wirklich lohnen. Dennoch sind beide Orte, sowohl der APX als auch Xanten einen Besuch wert.

 

Öffnungszeiten:

  • Von März bis Oktober täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr.
  • Im November täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr und
  • Von Dezember bis Februar täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr. Am 24., 25. Und 31. Dezember ist der APX geschlossen.

Eintrittspreise: Erwachsene 9 Euro, ermäßigt 6 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Flüchtlinge haben freien Eintritt.

Webseite: Archäologischer Park Xanten.


4 thoughts on “Auf den Spuren der Römer – Der Archäologische Park in Xanten

  1. Anna Antworten

    Schöner Artikel, auf den Spuren der Römer zu wandern ist immer interessant. Allein schon zu schauen, wo sie überall waren und Ruinen hinterlassen haben, finde ich faszinierend. 🙂

    Herzlich,
    Anna

    1. Maria Antworten

      Hallo Anna,
      lieben Dank 🙂 Ich fand meinen Besuch im APX auch faszinierend schön und was mir am meisten gefallen hat, war die Erkenntnis, dass es gar nicht so viel anders war, als unser Leben heute – vielleicht mit weniger Technik, aber dennoch nicht sooo völlig anders.
      Viele Grüße
      Maria

  2. Julia Antworten

    Sehr schöner Beitrag. Der APX ist in der Nähe meiner Heimatstadt und ist in meinen Augen wirklich einen Besuch wert! Soweit ich weiß, ist diese „Anlage“ deutschlandweit einzigartig und bietet eine seltene Möglichkeit, sich das Leben der Römer genauer anzusehen. Ich freue mich zu lesen, dass andere es genauso faszinierend finden.

    1. Maria Antworten

      Liebe Julia,
      vielen Dank, das freut mein Bloggerherz aber sehr 🙂 Ich fand den Besuch im APX schön und sehr lehrreich. Vermutlich kommt man der Zeit der Römer nur in Rom tatsächlich so nahe.
      Viele Grüße
      Maria

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