Aachen – Die Stadt Karl des Großen

Die wunderschöne Stadt Aachen liegt im Dreiländereck an der Grenze zu den Niederlanden und Belgien. Bekannt ist Aachen vor allem für Karl den Großen, der hier seine Pfalz – sein Hauptkönigssitz – errichtet hat und für den großartigen Dom, der, obwohl kleiner als der Kölner Dom, mich immer wieder zum Staunen bringt.

Ich werde mich hier nicht mit Geschichte aufhalten. Wer ein wenig über die Geschichte Aachens lesen möchte, findet einen kurzen Umriss hier: Das Rheinland in NRW und natürlich bei Wikipedia.

Da ich Freunde in Aachen habe, bin ich häufiger dort gewesen, allerdings noch nie als Tourist. Daher bin ich mal neugierig geworden und hab mich zu einer Stadtführung angemeldet. Diese Stadtführung kann ich wärmstens empfehlen, es war einfach großartig. Wer Interesse daran hat oder zum ersten Mal in Aachen ist, sollte das unbedingt machen, da sie kurz und knapp alles über Aachen vermittelt.

Das Touristenbüro ist hier zu finden: Aachen Tourismus.

1. Vom Bahnhof in die Innenstadt

Am besten erkundet man Aachens Innenstadt zu Fuß. Vom Bahnhof bis in die Innenstadt läuft man ca. 10 Minuten. Die Innenstadt selbst ist winzig klein und kann schnell durchlaufen werden, falls man nicht überall anhält, um die Schönheiten der Stadt zu bewundern 😉

Der erste Stopp zwischen Bahnhof und Innenstadt ist das wunderschöne Theater. Erbaut 1825 und nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1950 restauriert, ist das Theater der erste Meilenstein in Richtung Innenstadt. Der „Fröhliche Hengst“ vor dem Theater – ja, wenn man genau hinschaut, lacht er – steht wohl symbolisch für die Stadt Aachen. Hier spielen Pferde eine sehr große Rolle und sie begegnen einem in Form von Statuen schon direkt am Hauptbahnhof.

Als nächstes auf unseren Weg ins Zentrum der Stadt, finden wir den Grund, warum Karl der Große sich ausgerechnet für Aachen entschieden hat, als es darum ging, eine Pfalz zu errichten: die heißen Quellen. Aachen hatte und hat nach wie vor einen unendlichen Vorrat an heißem Wasser, das direkt erhitzt aus der Erde sprudelt.

Heute ist der zentrale Platz der Thermalquellen in der Stadt der Elisenbrunnen, wo schon hohe Persönlichkeiten des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit kamen, um sich an den heilenden Kräften des Schwefelwassers zu erfreuen. Der Brunnen wurde 1827 fertiggestellt und wurde zu Ehren der Kronprinzessin Elisabeth Ludovika von Bayern gebaut.

Vor einigen Jahren stand am Brunnen noch, dass das Wasser kein Trinkwasser wäre… nun, das stimmt so nicht. Das Wasser ist sauberer, als alles, was bei uns so aus dem Wasserhahn kommt, aber weil es Schwefelwasser ist – enthält viel Schwefel – und streng riecht, entspricht es eben nicht der Trinkwasserverordnung. Trinken kann man es trotzdem und viele schwören auf die heilende Wirkung des Schwefelwassers. Ich habe mich jedenfalls getraut und wenn man über den Geruch hinwegsieht – oder schnüffelt – schmeckt es wie… ähm… Wasser halt 🙂

Weiter in Richtung Innenstadt kommen wir direkt hinter dem Elisenbrunnen an einen kleinen Park vorbei, der mittendrin eine seltsame Konstruktion beherbergt. Wenn man näherkommt, wird klar, dass die Glaskonstruktion Spuren der alten Stadt, von den Römern über das Mittelalter bis heute, beherbergt. Aachen ist eine uralte Stadt, die bereits zu Römerzeiten besiedelt war und die Archäologen machen es für Besucher an diesem Punkt sichtbar. Jedes Symbol auf den Kästchen im Bild links steht für ein gewisses Zeitalter. Die archäologischen Funde sind übrigens original. Sie standen schon immer da…

Direkt hinter dem archäologischen Glaskasten befindet sich eine meiner Lieblingssehenswürdigkeiten in Aachen und zwar der Geldbrunnen, gespendet von der Sparkasse und der den ewigen Kreislauf des Geldes symbolisiert. In der Mitte, das Geld in Form von Wasser, das rotiert. Reiche (die Geldsäcke rechts im Bild), Arme (der Bettler links im Bild) sowie die Mittelschicht (der Vater mit der Tochter) stehen alle um das Geld herum und sind praktisch davon abhängig. Ich finde diesen Brunnen einzigartig.

2. Der Hohe Dom zu Aachen

Vom Geldbrunnen nach links abbiegend kommt man endlich in der Stadtmitte an, am Dom und dem Rathaus. Als allererstes fällt einem der Dom ins Auge. Praktisch unübersehbar.

Die Stadtführer und auch der Domführer wurden nicht müde, zu betonen, dass der Aachener Dom noch vor dem Kölner Dom zum Weltkulturerbe ernannt worden ist 🙂 Das ist in Aachen wohl sehr wichtig!

Meiner Meinung nach ist der Aachener Dom unglaublich beeindruckend, besonders von innen, aber das ist ein anderer Beitrag… Die Kirche hat den Titel zum Weltkulturerbe reichlich verdient.

Beim Bau des Aachener Doms kamen drei verschiedene Baustile zum Tragen, da der Dom über die Jahrhunderte immer wieder verändert wurde. In der Mitte (der runde Teil) ist noch die Ursprungskirche Karl des Großen.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Aachener Dom mehrfach getroffen und schwer beschädigt. Dank seiner guten Fundamente und engagierten Menschen, blieb der größte Teil des Doms dennoch intakt und konnte wieder restauriert werden. Die wichtigsten Schätze wurden sowieso vor den Bombardements ausgelagert und in Sicherheit gebracht.

Die schwere Bronzetür am Eingang wird von einer Wölfin bewacht (in einigen Schriften soll der Wolf ein Bär sein…) der angeblich von jedem, der den Dom betreten will, Tribut fordert. Man muss ihm angeblich einen Finger opfern. Daher hat der Wolfskopf auch zwei Öffnungen am Maul, wo man die Finger hineinstecken kann. Eine Attraktion für alle Touristen 🙂 Zumindest diejenigen, die davon erfahren…

3. Rathaus und Puppenbrunnen

Heute ist das Rathaus nicht mehr DAS Rathaus, in dem Karl der Große wohl Hof gehalten hat, aber die Dimensionen sind ungefähr die Gleichen. Wenn ich darüber nachdenke, wird mir klar, warum eine kleine Stadt wie Aachen ein so gigantisches Bauwerk als Rathaus hat.

Es war ja auch Krönungsstadt und da musste eben war Repräsentatives her 🙂 Die Aula Regia – also die Kaiserpfalz Karl des Großen – war schon verfallen, als die Bauten zum neuen Rathaus 1285 begannen.

Die Bürger der Stadt wurden beim Bau verpflichtet, einen riesengroßen Saal für die Festbankette nach den Krönungen zu errichten. Diesen Saal gibt es heute noch. Er kann nicht nur besichtigt, sondern auch für besondere Anlässe gebucht werden. Der Aachener Karlspreis für besondere Verdienste für Europa wird ebenfalls im Großen Saal überreicht. Ich habe ihn mal besucht und er ist wirklich beeindruckend…

Bei Kindern und Erwachsenen sehr beliebt ist der Aachener Puppenbrunnen, der irgendwo zwischen Dom und Rathaus zu finden ist. Keine Sorge, nicht zu verfehlen. Die Gelenke der Puppen sind beweglich, so dass praktisch jeder Tourist stehen bleibt und mit den Puppen spielt. Ich natürlich auch hehe Die Puppen stehen symbolisch für wichtige Ereignisse der Stadt oder haben für Aachen eine besondere Bedeutung. Ich erinnere mich nur noch daran, dass die Masken einen Bezug zum Karneval, der in Aachen wie im ganzen Rheinland ausgiebig gefeiert wird, herstellen.

4. Aachen Impressionen

Wichtig für die Stadt Aachen sind die Printen, die hier nicht nur zu Weihnachten gegessen werden, sondern das ganze Jahr über. Im Bild links seht ihr die – laut Aachener Einheimischen – die Bäckerei mit den besten Printen Aachens. Steht auf einer Straße zwischen Dom und Rathaus.

Das Bild in der Mitte zeigt eines der ältesten Gebäude der Stadt, das noch an das Rathaus angebaut wurde. Ursprünglich war es eine Buchhandlung, aber der Buchhändler konnte wohl nicht lesen. Ich fand das äußerst witzig hehe Heute ist es eine Kneipe – wie profan! 😉

Rechts im Bild seht ihr das Zeichen Karl des Großen, das überall auf der Straße zu finden ist. Laut Stadtführung sind die Symbole im Boden eingelassen, um Touristen, die einen Stadtführer aus der Tourist-Information gekauft haben, auf besondere Orte aufmerksam zu machen, die dann im Stadtführer erklärt werden. Je nach Anzahl der Zeichen sind andere Geschichten damit verbunden.

Interessant ist wohl aber auch, dass Karl der Große zwar lesen, aber nicht schreiben konnte. Von diesem ganzen Geflecht einer „Unterschrift“ hat er nur einen Balken gezeichnet und zwar den schrägen in der Mitte, den Rest haben Schreiberlinge für ihn „gemalt“.

Fazit

Aachen ist eine wunderschöne Stadt, die jederzeit einen Abstecher wert ist J Besonders zu Weihnachten ist die Aachener Innenstadt eine Welt für sich und durch die ganze Altstadt zieht sich ein einziger großer Weihnachtsmarkt, voller Leckereien. Ich kann euch einen Besuch in der Stadt Karls nur ans Herz legen.

Landestypische Köstlichkeiten: Europa kulinarisch.


5 thoughts on “Aachen – Die Stadt Karl des Großen

  1. Susanne

    Aachen gehört für mich zu den Städten, die ich auch gerne sehen möchte. Du hast mich daran erinnert und ein Besuch zur weinachtsmarktzeit wäre natürlich klasse.
    Besonders gefällt mit der Geldbrunnen. Eine tolle Idee den Geldkreislauf so künstlerisch darzustellen.
    LG Susanne

    1. Maria

      Hallo Susanne,
      ich kann dir Aachen nur wärmstens ans Herz legen. Der Dom und das Rathaus sind wunderschön und ein Kunstwerk wie der Geldbrunnen habe ich vorher auch noch nie gesehen – wirklich faszinierend. Aachen ist zu jeder Jahreszeit toll, aber in der Weihnachtszeit verwandelt sich die ganze Innenstadt in einen Weihnachstsmarkt. Was den klassischen Touri-Besuch natürlich etwas erschwert (bei den Menschenmassen!) aber einen einzigartigen besinnlichen Eindruck hinterlässt 🙂 Eine Atmosphäre, die vermutlich nur in Aachen entstehen kann.
      Viele Grüße
      Maria

  2. WoMolix

    Aachen steht auch schon lange auf unserer Liste 😉. Dein Bericht erinnert uns daran!
    Aber irgendwie schaffen wir Südlichter es nicht so leicht die Nordlichter zu besuchen. Die Mittelgebirge sind einfach so hoch. 😉
    LG WoMolix

  3. Maria

    Hallo WoMolix,
    Die Entfernung ist manchmal ein ganz schöner Feind der Reisenden, aber hier bei uns gibt es so einiges zum Sehen, Erleben und Staunen, also nur Mut 😉 Nicht nur Aachen ist wunderschön und besonders der Dom auf jeden Fall eine Reise wert, sondern alles hier drumherum ist faszinierend auf ganz besondere Weise.
    Viele Grüße
    Maria

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