Bonn – Die Stadt Beethovens

Bevor ich angefangen habe, zu bloggen, war ich unzählige Male beruflich in Bonn, hatte aber nie ein Auge für diese Stadt, die mal Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland war. Nachdem mir der Gedanke einer Rheinland-Reihe kam, drängte sich Bonn regelrecht auf. Eine Rheinland-Reihe ohne Bonn geht ja auch überhaupt nicht. Somit… schauen wir mal, was Bonn für interessierte Touristen so alles zu bieten hat.

Den obligatorischen geschichtlichen Exkurs lass ich erstmal fallen 😉 Wer ein wenig Bonner Geschichte lernen möchte, kann hier lesen: Nordrhein-Westfalen: Gegensätze fanden zueinander. Ich nehme euch heute einfach nur mit auf einen Spaziergang durch die schöne Stadt am Rhein.

1. Bonner Wahrzeichen

Wer Bonn erkunden möchte, macht das am besten zu Fuß. Falls ihr eine geführte Tour buchen möchtet, wendet euch am besten an das Touristen-Informationsbüro im Zentrum von Bonn. Leider gibt es nur an Wochenenden öffentliche Stadtführungen durch die Altstadt, was ich sehr schade fand, aber vermutlich ist die Anzahl der Touristen nicht so hoch, dass es sich lohnen würde, die Führungen öfter anzubieten.

Ich war an einem Samstag da und die konnte eine Stadtführung für knappe 9,- Euro buchen (Erwachsenenpreis), was ich völlig in Ordnung fand.

Direkt am Eingang des Informationsbüros steht eine Beethoven-Figur und wenn man eine Tour bucht, bekommt man eine kleine Tüte Haribos geschenkt. Damit hat man als Tourist bereits zwei der wichtigsten Wahrzeichen Bonns kennengelernt: Beethoven und Haribo. Unterschiedlicher können sie kaum sein, wenn ihr mich fragt 🙂

Das Touristen-Informationsbüro ist übrigens hier online zu finden: Touristen Info. Vom Bahnhof aus ist die Information in fünf Minuten zu erreichen. Mit dem Auto würde ich nicht nach Bonn fahren, da die Straßen eng und schrecklich verstopft sin.

Bonns Innenstadt beginnt und endet am Münsterplatz, wo auch die große Beethovenstatue steht – ihr seht sie hier mit der wohl ewigen Taube aufm Kopf und mit mir. Laut Tourguide wird die Statue gerne von Tauben als Rastplatz genutzt.

Hinter der Statue steht heute noch ein altes Postamt-Gebäude. Die zentrale der Post befindet sich heute immer noch in Bonn, aber in einem gigantischen gläsernen Riesen im Bundesviertel am Rhein.

Die Staute selbst wurde 1845 enthüllt. An den Feierlichkeiten nahmen die größten Persönlichkeiten jener Zeit teil, darunter Königin Victoria von England mit Prinz Albert und König Friedrich Wilhelm IV. mit seiner Frau.

Beethoven ist in der Stadt allgegenwärtig. Kopien seiner Statue stehen vor jedem Geschäft, das etwas auf sich hält. Ich habe die Kopien nicht gezählt, aber es sind etliche.

Das zweite Bonner Wahrzeichen, Haribo, hat in der Innenstadt ein riesiges Geschäft. Ich esse meist keine Gummibärchen, nur ab und zu habe ich mal Heißhunger darauf, so… alle 10 Jahre mal, aber im Bonner Haribo-Geschäft bin ich echt fast schwach geworden. Es gibt in dem Laden, der über zwei Etagen geht, alles an Gummibärchen, was das Herb begehrt. Unglaublich! Wenn man Bonn besucht, kann ich einen Besuch in dem Laden nur empfehlen 😉

2. Bonner Münster

Direkt unübersehbar am Münsterplatz ist der Bonner Münster – die Hauptkirche der Stadt. Münster heißt die Kirche, weil sie eine ehemalige Klosterkirche ist, was man dem Gebäude heute noch ansieht. Was man heute sieht, ist eine der vielen Rekonstruktionen, da die Kirche mehrfach ausgebrannt ist oder im Krieg zerstört wurde.

Drei Figuren sind für den Bonner Münster von herausragender Bedeutung: die heilige Helena, die Kaiserin, die angeblich das Grab und das Kreuz Jesu gefunden haben soll und die römischen Soldaten Cassius und Florentius.

Die Heilige Helena gilt auch als Gründerin des Viktordoms in Xanten und der Kirche St. Gereon in Köln. All diese Kirchen hat sie angeblich auf Überreste von Märtyrer errichten lassen. So auch in Bonn, wo die Soldaten Cassius und Florentius aus einer thebäischen Legion für ihren christlichen Glauben den Tod gefunden haben sollen. Heute sind die beiden Soldaten die Stadtpatrone von Bonn.

Vor dem Bonner Münster stehen heute zwei riesige Köpfe aus Granit, die von reichen Gläubigern gestiftet wurden und die abgeschlagenen Köpfe von Cassius und Florentius darstellen. Ich war von der schieren Größe aber auch von der Genauigkeit, mit dem die Gesichter in Stein gehauen wurden, zutiefst beeindruckt.

Die Heilige Helena wird im Bonner Münster sehr verehrt und eine riesige Statue von ihr mit einem Kreuz – als Symbolbild für das Kreuz Christi, das sie ja gefunden haben soll – dominiert das gesamte Kirchenschiff.

Wenn man durch die Kirche zum Kreuzgang geht, wird das Kloster unübersehbar präsent. Ich mag Kreuzgänge sehr, da sie ein Ort der Ruhe und der Einkehr sind. Meist sind die Kreuzgänge heute offen für jedermann und so kann man für eine kürzere oder längere Weile die ruhige Atmosphäre auf sich wirken lassen. Wobei nicht vergessen werden darf, dass das Klosterleben ganz und gar nicht so entspannt und ruhig war, wie es uns heute manchmal vorkommen mag.

3. Bonner Lokalpolitik

Diese wunderschöne Schlossanlage war einmal Sitz der Kölner Kurfürsten. Ja, ich habe mich nicht verschrieben 😉 Der Kölner Kurfürst residierte in Bonn… Kurfürsten waren im Mittelalter – so ab dem 13. Jahrhundert – wichtige Persönlichkeiten, da sie das Recht hatten, den König zu bestimmen. Zuerst waren es sieben, dann neun. Napoleon hat sie allesamt abgesetzt.

Das heutige Schlossgebäude ist lange kein Original mehr, sondern ein Nachbau des ursprünglichen Schlosses. Zum einen brannte das Gebäude im Laufe der Jahrhunderte mehrmals ab und zum anderen wurde es leider im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört. Bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert ist das Schloss der Hauptsitz der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Ich vermute, es hat etwas Erhabenes, in einem so schönen Gebäude studieren zu dürfen. Wobei… wenn man täglich daran vorbeiläuft oder sich drin aufhält, ist das wahrscheinlich nichts Besonderes mehr.

Übrigens hat einer der Kölner Kurfürsten auch eine wunderschöne Sommerresidenz in Brühl gebaut, die heute noch intakt zu bewundern ist: Schloss Augustusbug/ Jagdschloss Falkenlust.

Bei meinem Besuch in Bonn fand auf dem Platz vor dem alten Rathaus gerade ein Festival der Kulturen statt – in diesem Fall mit Korea im Mittelpunkt. Nichtdestotrotz war das Rathaus unübersehbar dominant über den Platz.

Das wunderschöne Gebäude, das heute unter Denkmalschutz steht, dient schon seit Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr tatsächlich als Rathaus, da es viel zu klein dafür wurde. Von der Stadt wird es weiterhin genutzt, meist als Repräsentations- und Versammlungsraum.

Mitten auf dem Platz vor dem Rathaus – dem Marktplatz – steht ein Obelisk. Lasst euch aber nicht täuschen 😉 Es ist kein Obelisk im eigentlichen Sinne, sondern ein Brunnen, mit offiziellen Namen Marktfontaine. Es sieht nur aus, wie ein Obelisk. Als ich da war, plätscherte zwar Wasser aus einem Wasserhahn am Brunnen, besonders vertrauenserweckend sah es aber nicht aus.

4. Noch einmal Beethoven

Wir alle wissen, dass der berühmte Komponist Ludwig van Beethoven in Bonn geboren wurde. Sein Haus steht – man sehe und staune – immer noch an Ort und Stelle und ist heute ein Beethoven-Museum. Ich war im Museum drin und war schrecklich enttäuscht. Das Haus steht so gut, wie leer. Im ganzen Haus sind zwar Objekte aus dem Besitz Beethovens mit Erklärungen ausgestellt und der (gut gemachte) Audioguide tut sein Bestes, die Atmosphäre zu Zeiten Beethovens zu rekonstruieren, aber wenn ihr keine großen Fans des Komponisten seid, würde ich den Besuch lassen. Es lohnt leider nicht wirklich (in meiner persönlichen Meinung).

Das Haus direkt neben dem Beethovenhaus – das „Haus zum Mohren“ – existierte bereits zu Beethovens Zeiten und ist heute ein Teil des Museums. Es wird hauptsächlich als Konzertsaal genutzt.

Wer mehr über das Haus und seinem berühmtesten Bewohner erfahren möchte: Beethoven Haus.

5. Bonner Impressionen

Das war mein Rundgang durch Bonn und seine wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Hier und da hat mich das ein oder andere Bild der Stadt überrascht und ich musste es einfangen und es euch zeigen 🙂

Fazit

Mir hat Bonn als Tourist sehr gefallen und ich habe vermutlich nicht alles gesehen. In Bonn gibt es auf der Museumsmeile einige großartige Museen und Ausstellungsräume. Die muss ich unbedingt mal besuchen – allen voran das Deutsche Museum. Und das Bundesviertel ist bestimmt auch einen Besuch wert.

Buchempfehlung: Der Sonnenfürst.

Musikalische Empfehlung – wenn man schon eine Reise nach Bonn unternimmt, kann man sich von Beethovens Musik inspirieren und begleiten lassen: The best of Beethoven.


3 thoughts on “Bonn – Die Stadt Beethovens

  1. DieReiseEule

    Vielen Dank für den tollen Bericht. Bisher war ich nur im Museum, die Stadt selbst habe ich mir noch nicht angesehen, aber wenn ich deinen Bericht so lese, werde ich mir das auf jeden Fall überlegen.
    Apropos Museumsmeile: Ich empfehle dir das „Haus der Deutschen Geschichte“ zu besuchen. Klingt langweilig und ist super spannend. Ich war bereits zweimal dort und bin immer noch begeistert.

    Es grüßt
    DieReiseEule

    1. Maria

      Hallo ReiseEule,
      da kann ich dir nur zustimmen, das „Haus der Deutschen Geschichte“ habe ich auch mal besucht – ich meine, das war ein Betriebsausflug – und fand es richtig toll. Alle Museen auf der Museumsmeile in Bonn sind eindeutig ein Besuch wert 😉
      Die Stadt selbst ist auch toll und die Innenstadt ist so klein und putzig, dass es wirklich kaum zu fassen ist, dass Bonn mal Hauptstadt war. Es mutet so gar nicht „hauptstädtisch“ an, sondern eher wie ein größeres Dorf. Ich fand die Atmosphäre absolut einmalig.
      Liebe Grüße
      Maria

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