Was ist für mich Heimat?

Heimat ist für mich ein etwas schwieriger Begriff, da ich aktuell zwei Orte als meine „Heimat“ bezeichnen kann. Zum einen meine Geburtsstadt Bukarest und zum anderen meine Wahlheimat Köln. In der einen Stadt bin ich aufgewachsen, in der anderen habe ich die Hälfte meines selbstbestimmten Lebens verbracht. Was ist also für mich Heimt und Heimatliebe?

De Begriff Heimatliebe ist für mich nicht so einfach zu definieren. Ich finde, ein Ort kann per se nicht gut oder schlecht und auch nicht geliebt oder gehasst werden. Es sind immer unsere Erlebnisse, die Menschen die wir kennen und die Erfahrungen die wir an einem Ort sammeln, die uns dazu bringen, zu sagen, wir empfinden Heimatliebe oder nicht. Sicherlich hat auch das Gefühl der Vertrautheit, die Straßen die wir kennen, die Geschäfte die wir aufsuchen und die Kneipe, in der wir seit Jahr und Tag unser Bier trinken, ein wenig mit Heimatliebe zu tun. Dennoch wage ich die These, dass wir auch einen anderen Ort so kennenlernen können, dass er uns vertraut und bekannt vorkommt.

Andererseits ist für mich Heimat auch ein Ort, an dem ich mich selbst verwirklichen kann, in dem ich mein eigenes Leben, meine eigenen Entscheidungen – gut oder schlecht – und meine eigenen unabhängigen Erfahrungen machen kann.

  1. Geburtsstadt Bukarest

Wie ich oben schon sagte, bin ich in Bukarest geboren und aufgewachsen. Als ich 20 war, habe ich diese Stadt verlassen und bin nach Deutschland – genau genommen nach Köln – ausgewandert. Ein Gefühl von Heimat nahm ich mit und Bukarest war und blieb wie selbstverständlich meine Heimat. Wie sollte es auch anders sein? Eine andere Heimat kannte ich gar nicht. Andererseits brach ich auf zu neuen Ufern und war seelisch bereit, eine neue Heimat zu finden.

Heimat - Bukarest
Bukarest in der Nacht vor Heiligabend

Heute freue ich mich jedes Mal sehr, wenn ich in meine „alte Heimat“ zurückkehre – meistens für einen kurzen Besuch, mit Freunden oder auch alleine. Ich wandere gerne durch die vertrauten Straßen und lass die Atmosphäre auf mich wirken. Es ist und bleibt meine Geburtsstad und hat dadurch einen besonderen Platz in meinem Herzen.

Meinen ausführlichen Bericht über Bukarest könnt ihr hier lesen: Bukarest und seine wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

2. Wahlheimat Köln

Hach! Was war ich aufgeregt und was war das für eine schöne Zeit als ich von einem Land ins nächste gewandert bin. Es war bis jetzt das Aufregendste, was ich je erlebt habe. Ich würde mich heute nicht mehr so leicht entwurzeln lassen, aber damals brach ich auf in das große Abenteuer.

Heimat - Bukarest
Ein wunderschöner Sommertag in Köln

Heute, 15 Jahre danach, habe ich eindeutig Wurzeln geschlagen. Ich kenne die Stadt, die Straßen sind mir auch hier vertraut, ich habe eine Arbeit, Freunde, ein selbstbestimmtes Leben. Vermutlich nicht aufregender oder interessanter als das Leben vieler anderer Menschen, aber es ist mein Leben und das Epizentrum ist Köln. Ich fühle mich meiner Wahlheimat Köln tatsächlich heute mehr verbunden, als meiner Geburtsheimat Bukarest.

Selbstverständlich gibt es auch einen ausführlichen Bericht über Köln: Köln – Ein Spaziergang durch die Rheinmetropole.

Erstaunlicherweise ähneln sich Bukarest und Köln doch mehr, als ich erwartet hätte. Beide Städte sind nicht besonders schön, aber ungeheuer praktisch angeordnet. Sich zu verlaufen, ist so gut, wie unmöglich. Das Allerwichtigste kann jeder, der sowohl in der einen als auch in der anderen Stadt wohnt, sich in kürzester Zeit aneignen und es gibt einige herrliche Besonderheiten, die die Städte prägen.

Alles in allem glaube ich, dass Heimat durch unser Umfeld – das wir uns selber schaffen – definiert wird und an jedem Ort der Welt entstehen kann. Heimatverbundenheit ist ein subjektives Gefühl eines jeden Einzelnen und kann unterschiedlich stark ausfallen. Ich glaube fest daran, dass unsere Heimatliebe wesentlich mit den Menschen in unserem Leben zu tun hat, diejenigen die wir lieben genauso wie diejenigen, die wir nicht mögen.

Ich kann mich aber auch täuschen 😊

Dieser Beitrag nimmt an der Blogparade „Heimatliebe – Zeig uns deine Heimat“ von SOS-Ferngeweht teil!


6 thoughts on “Was ist für mich Heimat?

  1. Julia Antworten

    Interessanter Weise habe ich mir ganz aktuell zu diesem Thema Heimat auch Gedanken gemacht und überlegt, ob ich dazu auch mal einen Beitrag schreiben soll (steht jetzt auf jeden Fall oben auf meiner To Do Liste, vielleicht schaffe ich es ja noch für die Blogparade).
    Ich lebe derzeit nämlich im Ausland (im wunderschönen Malta) und bin gerade in der Heimat, meine Eltern besuchen. Und ich nenne meine Geburtsstadt „meine Heimat“. Hier bin ich aufgewachsen, hier kenne ich alles, diese Stadt hat mich geprägt.
    Jetzt, wo ich in Malta lebe, oder auch als ich die letzten fünf Jahre in einer anderen Stadt in Deutschland gelebt habe, ist dieser Ort mein „Zuhause“. Meine Heimat wird immer meine Heimat sein, dass lässt sich nicht verändern. Mein Zuhause ist schon seit Jahren nicht mehr bei meinen Eltern. Ich habe auch schon immer gesagt, dass ich in die Heimat fahre, nicht dass ich nach Hause fahre. Manche Leute können das nicht verstehen, aber für mich ist mein Zuhause der Ort, an dem ich lebe, ich mich wohlfühle, meine Freunde habe und einfach meinen Platz sehe.
    In meinen Augen wird meine Geburtsstadt immer meine Heimat sein, aber jeder andere Ort hat das Potential, mein Zuhause zu werden. Wie heißt es schließlich so schön? Home is where the heart is!

    1. Maria Antworten

      Was für ein schöner Kommentar! Danke dafür :-* Ich sehe das absolut genauso, home is, where the heart is 🙂 Das lässt sich absolut nicht leugnen. Das Gefühl von Heimat ist dennoch – wie ich finde – sehr individuell. Meine Geburtsstadt Bukarest sehe ich tatsächlich heute nicht mehr als meine Heimat an, sondern eher als meinen Ursprung, vielleicht auch als meine Wurzel, aber Köln ist heute für mich Heimat. Bald werde ich in beide Städte auch gleich lang gelebt haben, wobei mein bewusstes Selbst mittlerweile länger in Köln verweilt hat, als in Bukarest. Mein selbstständiges und unabhängiges Selbst sowieso… Vermutlich hat das auf meine Gefühle einen stark prägenden Eindurck.
      Viele Grüße
      Maria

  2. Janina (von sos-fernweh.com) Antworten

    Liebe Maria,

    vielen Dank für deinen Beitrag zu unserer Blogparade „Zeig uns deine Heimat“. Wir stellen deinen Artikel am Sonntag 2.April auf Facebook vor. Die Zusammenfassung zu allen Artikeln gibt es dann am Ende der Blogparade 🙂

    Viele Grüße

    Janina

    1. Maria Antworten

      Liebe Janina,
      die Idee zu dieser Blogparade war einfach großartig und hab mich zum Nachdenken über den Begriff und über die Gefühle, die „Heimat“ in mir wachruft. Es war eine tolle Erfahrung, diesen Artikel zu schreiben. Bin sehr gespannt auf die anderen Beiträge.
      Viele Grüße
      Maria

  3. Barbara Antworten

    Ja, das stimmt auch für mich: Heimatgefühle netstehen dort, wo einem die Umgebung vertraut ist und wo Menschen leben, die einem wichtig sind. Schön, wenn man zwei Heimaten haben kann 🙂

    1. Maria Antworten

      Hallo Barbara,
      au ja! Ich finde es auch sehr schön, zwei Heimatwelten zu haben und ich finde es genauso wichtig, die beiden Identitäten koexistieren zu lassen, sonst kommt man leicht in eine Identitätskrise. Zum Glück klappte das bei mir sehr gut 🙂
      Viele Grüße
      Maria

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*