Belgien – Das Land der Schokolade

Nach mehreren Besuchen und ausgedehnten Touren durch Belgien, habe ich mich entschlossen, aus meinen Reisen durch unser Nachbarland im Westen eine kleine Serie zusammenzubasteln. Wie jede Serie, die etwas auf sich hält, beginnt auch diese mit einer kurzen Zusammenfassung.

Von allen unseren Nachbarländern mag ich Belgien bisher am liebsten. Eine derartige Behauptung muss in der Regel begründet werden, allerdings kann ich das leider nicht begründen 😉 Belgien ist für mich eine unwiderstehliche Kombination zwischen dem Duft echter belgischer Waffel, dem Zauber einer leicht provinziellen Atmosphäre, die heute noch über das Land schwebt und dem Hauch hoher Politik, die kein besseres Zentrum hätte finden können – meiner persönlichen Meinung nach.

1. Belgien – eine kurze Geschichte

Was wissen wir über Belgien?

Es ist allgemein Bekannt, dass Brüssel, die Hauptstadt Belgiens, auch eine der politischen Machtzentralen der Europäischen Union ist. Weiter wissen wir noch alle aufgrund aktueller Ereignisse (man erinnere sich an die CETA-Verhandlungen im Oktober 2016), dass die Wallonie eine belgische Provinz ist. Neben der Wallonie besteht Belgien im Norden aus Flandern und der Region Brüssel-Hauptstadt. Allerdings denken Belgier wohl eher in Gemeinschaften und zwar die Französische, die Flämische und die Deutsche Gemeinschaft.

Belgien - FlaggeInteressanterweise spricht man in Belgien mehrere Sprachen und es ist nicht unüblich, plötzlich mit Deutsch weiter zu kommen. Ich selbst habe es allerdings noch nicht probiert J In Brüssel spricht man hauptsächlich Französisch, etwas weiter westlich – z.B. in Gent – bereits Flämisch (eine hoch interessante Sprache).

Namensgeber waren mal wieder – wie so oft in Europa – die Römer, die einen Teil des heutigen Belgiens als Provinz Belgica bezeichneten. Klingt schon mal vertraut, nicht wahr? Belgica verfiel jedoch in kleine Herzogtümer und Grafschaften nach dem Ende des Römischen Reiches und wechselte über die Jahrtausende mehrfach sowohl die Regierungsformen als auch die Regierenden. Unabhängig wurde das Land, wie wir es heute kennen, erst 1830 unter König Leopold von Sachsen-Coburg. Bis heute ist Belgien eine konstitutionelle Monarchie. Der heutige König heißt Philippe.

2. Die wichtigsten Städte Belgiens

Meine längste Reise durch Belgien war zusammen mit Freundinnen 2013. Unsere Reise war eine Kultur- und Städtereise und wir haben versucht, in einer Woche so viel zu sehen, wie nur möglich. Lass euch gesagt sein: in einer Woche schafft man sehr viel in Belgien, aber eben auch nicht alles 🙂

Meiner Meinung nach beginnt eine Reise durch Belgien in Brüssel, führt weiter in gerader Linie durch Gent und Brügge (wenn das Wetter es zulässt, kann noch ein kurzer Stopp in Ostende an der Nordsee eingeplant werden) und geht über Antwerpen zurück nach Brüssel. Ostende und Antwerpen haben wir 2013 nicht geschafft, aber ich plane, das Versäumte so schnell wie möglich nachzuholen.

a. Brüssel

Hach! Brüssel! Die wunderschöne belgische Hauptstadt. Meine erste Reise führte mich 2007 nach Brüssel und hat mir eine unendliche Liebe zu dieser Stadt eingehaucht. Daher fahre ich immer wieder gerne in die europäische Machtzentrale 🙂Belgien - Brüssel

Erstmals tauchte der Name „Brüssel“ im Jahre 996 auf. Nach der Unabhängigkeit Belgiens wurde Brüssel (oder Bruxelles) zur Hauptstadt erhoben, einen Titel, den die Stadt in den Irrungen und Wirrungen der Geschichte mehrmals verloren und dann wiedererlangt hat.

Der schönste Platz in Brüssel ist der Große Markt mit dem Rathaus und den wunderschönen Zunfthäusern, die Anfang des 15. Jahrhunderts gebaut wurden und bis heute das Bild der Innenstadt Brüssels prägen.

Ich habe bewusst „Innenstadt“ geschrieben, da man vom geschichtlichen Brüssel nur einen kurzen Fußmarsch von ca. 20 Minuten braucht (die Metro geht auch, aber ich ziehe den Weg zu Fuß vor), um in die Moderne einzutauchen und von den imposanten Glasfassaden der Europäischen Institutionen geblendet zu werden.

Eine offizielle Tour durch Brüssel habe ich bis heute nicht gemacht. Vielleicht sollte ich mich auch mal professionell durch Brüssel führen lassen. Es gibt bestimmt noch Tausend Ecken, die ich noch nicht gesehen habe und eine Million Geheimtipps, die es zu entdecken gibt.

b. Brügge

Bei unseren Vorbereitungen auf die Reise wurden wir von allen Seiten begeistert auf Brügge hingewiesen, also mussten wir selbstverständlich hinfahren. Brügge ist sehr süß mit seinen engen mittelalterlichen Straßen, dem großen Markt und den noch sehr gut erhaltenen Häuser aus dem Mittelalter. Belgien - Brügge

Dennoch war ich enttäuscht… vielleicht auch wegen den Massen an Touristen, die durch die Stadt geströmt sind. Meistens stören mich Touristen nicht – bin ja selber eine von Vielen – aber in Brügge war es wirklich eine Extremsituation. Vermutlich auch wegen der Enge.

Nachdem die Touristen weg waren, so gegen 18 Uhr, wirkte Brügge wie ausgestorben. Da wir dort übernachtet haben, wirkte Brügge wie ein Museum, alles war zu, alles ausgestorben. Eine Stadt, die nur lebt, wenn die Touristen einströmen.

Eine offizielle Stadtführung konnten wir nicht machen, da Stadtführungen durch die Touristen-Information leider nur am Wochenende stattfinden (Stand Sommer 2013) und wir waren an einem Donnerstag da. Was allerdings die organisierten Tourbusse aus Brüssel und sonstwo nicht abgehalten hat. Die Stadt quoll förmlich über.

c. Gent

Gent ist eine Stadt, die mich zutiefst beeindruckt hat, da es sowohl Züge der wunderschönen mittelalterlichen Stadt Brügge aufweist, aber auch zu einem großen Teil an Brüssel erinnert. Belgien - Gent

Im Gegensatz zu Brügge ist Gent auch nicht ganz so klein und die Straßen nicht so furchtbar eng, so dass sich die Massen an Touristen besser verlieren können – oder es sind einfach weniger Touristen als in Brügge, aber das glaube ich ehrlich gesagt nicht so ganz 😉

Auf Wikipedia kann man nachlesen, dass Gent heute die Hauptstadt der Provinz Ostflandern ist und dass die Stadt im Mittelalter hauptsächlich für den Tuchhandel bekannt war. Vom Tuchhandel haben wir auf unserer Reise nichts mehr gesehen. Was allerdings schon ins Auge gestochen hat, waren die vielen Kirchen. Einige davon, erzählte unser Tourguide, wurden bereits abgerissen. Wie war es wohl in Gent vor der Abriss-Aktion?

Die Öffentliche Führung der Touristen-Information kann ich nur empfehlen, da unsere Stadtführerin sehr gut informiert und offensichtlich eine begeisterte Genterin war. Sie hat uns in Englisch, Französisch und ein wenig gebrochenem Deutsch die Geschichte der Stadt hervorragend nähergebracht.

d. Antwerpen

Antwerpen ist die zweitgrößte Stadt Belgiens, nach Brüssel. Laut Wikipedia ist Antwerpen eines der wichtigsten Häfen Europas und ein Umschlagsplatz für den Handel mit Diamanten. Okay… ich muss unbedingt mal nach Antwerpen 🙂

Diese Stadt stand zwar auf unserer Liste 2013, war aber nicht mehr zu schaffen. Ich habe vor, dies so schnell wie möglich nachzuholen. Damit hätte ich die wichtigsten Städte in Belgien bereist und mir bestätigt, wie wunderschön dieses Land ist.


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