Schloss Drachenburg – Eine Vision des Mittelalters

Zu meinem Leidwesen musste ich beim Besuch auf der Drachenburg erfahren, dass das Gebäude eine Imitation ist. Was ich damit meine? Nun, reiche Industrielle aus dem 19. Jahrhundert haben versucht, mit der Drachenburg ein echtes Schloss des Mittelalters nachzubauen.

Dass die majestätischen Burgen des echten Mittelalters ganz und gar nicht so märchenhaft ausgesehen haben, sondern eher solide für eine gute Verteidigung gebaut wurden, scheinen die Erbauer der Drachenburg vergessen zu haben. Wunderschön ist sie trotzdem 🙂

Die Drachenburg steht im Siebengebirge, in der Nähe des Drachenfelsens. Soweit ich das verstanden habe, ist der Drachenfels in erster Linie durch die Überreste der ehemaligen Burg Drachenfelsen und der großartigen Lage über den Rhein bekannt. Die Ruine der Burg Drachenfels ist wirklich nur noch eine Spur eines ehemaligen Turms. Sonst ist da nichts mehr, obwohl die Burg wohl mal eine richtig große und schöne gewesen sein muss. Der Rhein allerdings fließt immer noch am heutigen Schloss entlang und sieht atemberaubend schön aus.

Schloss Drachenburg wurde erbaut vom Börsenmakler Stephan von Sarter, der einen repräsentativen Sitz haben wollte. Nachdem das Schloss vollendet war, hat er allerdings nie auch nur einen Fuß in seine „Residenz“ gesetzt.

Nach seinem Tod ging das Schloss durch mehrere Hände und erfüllte mehrere Zwecke. Die Drachenburg war Museum (was es heute wieder ist), eine katholische Internatsschule, dann Ausbildungsstätte für nationalsozialistische Führungskräfte. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss schwer beschädigt, wurde restauriert und vom Land NRW übernommen. Leider ließ das Land das Schmuckstück verfallen, bis eine Privatperson (man stelle sich das vor!) Paul Spinat, das Schloss kaufte und Instand setzte.

Erst Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die Drachenburg unter Denkmalschutz gestellt. NRW kaufte das Anwesen samt Park und restaurierte das Schloss im Sinne des Erbauers. Heute ist es öffentlich Zugänglich und ist ein Touristenmagnet.

Aber genug der Geschichte – das Meiste davon kann man sowieso bei Wikipedia viel ausführlicher nachlesen. Oder noch besser, ihr besucht das Schloss und nehmt an einer Führung teil. Ich fand die Schlossführung gut gemacht.

Mir persönlich hat das Schloss sehr gut gefallen, auch wenn es im Grunde eine „Fälschung“ ist 🙂 Mit den vielen Türmchen und Zinnen sieht das Schloss aus, wie ein Märchenschloss. Nur ein einziges Schloss in Deutschland ist meiner Meinung nach noch märchenhafter und zwar Schloss Neuschwanstein – aber da waren ganz andere finanzielle Mittel im Spiel, nicht wahr?

Was mir an der Drachenburg am meisten gefallen hat, war der atemberaubende Anblick über den Rhein. Als ich mit Freunden da war, hatten wir auch unglaubliches Glück mit dem Wetter und von der Burg aus hatten wir ein phantastisches Panorama bis weit am Horizont. Unglaublich schön! Die Stadt übrigens, die gut auf den Bildern zu sehen ist, ist Königswinter.

Wie kommt man dahin?

Entweder mit der Bahn bis nach Königswinter und dann mit der Zahnradbahn hoch zur Burg (erste Station: die Drachenburg, zweite Station: der Drachenfelsen). Oder man nimmt das Auto bis nach Königswinter und dann die historische Bahn. Einen Weg mit dem Auto bis zur Burg gibt es nicht. Alternativ kann man auch zu Fuß bis ganz nach oben kommen. Ich glaube der Wanderweg – geht recht steil nach oben, nicht täuschen lassen – dauert etwa eine Stunde. Es gibt auch Pferdekutschen, die einen bis nach oben bringen.

Oben am Drachenfelsen gibt es auch ein Restaurant. Wie gut oder schlecht es ist, kann ich nicht beurteilen, da wir zwar dort waren, aber nur einen Kaffee getrunken und einen Kuchen gegessen haben. Die waren okay.

Öffnungszeiten: Im Winter (ab Anfang November) ist das Schloss bis auf wenige Ausnahmen – z.B. Weihnachtsmarkt – geschlossen.

Im Sommer ist das Schloss täglich von Montag bis Sonntag zwischen 11:00 und 18:00 Uhr geöffnet. Das Restaurant am Drachenfelsen ist montags geschlossen.

Eintrittspreise: Eintritt ohne Führung für Erwachsene 6,- €. Familienticket 15,- €. Die Führung kostet nochmal 2,50 € und dauert 45 Minuten.

Homepage: Schloss Drachenburg.


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