Kleine rumänische Juwelen – Schloss Mogoşoaia

Bei einem Besuch im Mini-Europapark in Brüssel stand ich plötzlich vor einer rumänischen Sehenswürdigkeit in Miniatur, von der ich noch nie gehört hatte. Etwas verwundert notierte ich mir Ort und Namen des Originals und nahm mir vor, das kleine Schloss zu besuchen. Ich habe es nicht bereut – Schloss Mogoşoaia (bitte „Mogoschoaia“ lesen) ist ein kleines aber feines Juwel klassischer rumänischer Architektur.

Das Schloss Mogoşoaia liegt in der Nähe von Bukarest, aber der Weg ist kompliziert. Wenn ihr hinfahren wollt, bitte ein gutes Navigationsgerät mitnehmen.

Mogoşoaia - HaupteingangInmitten eines – im Sommer – wunderschönen Parks und am Ufer eines kleinen Sees, findet sich das wirklich kleine Schloss Mogoşoaia. Als es vom rumänischen Herrscher Constantin Brâncoveanu zu Beginn des 18. Jahrhunderts gebaut wurde, entsprach der Titel „Schloss“ durchaus den rumänischen Gegebenheiten und war für die damaligen Verhältnisse durchaus herrschaftlich. Heute würden wir es natürlich als ein etwas größeres Haus bezeichnen.

Für heutige Verhältnisse ist der Eingang – zugegeben – nicht besonders beeindruckend. Damals muss es überwältigend gewirkt haben 🙂

Der Erbauer, der Herrscher Constantin Brâncoveanu, lies seine Schlösser in einem ganz typischen Stil, der heute nach ihm benannt wurde, erbauen. Diesen Baustil findet man nirgendwo sonst auf der Welt.

Als ich das gelesen habe, konnte ich auch verstehen, warum das Schloss als repräsentativ für Rumänien in Mini-Europa in Brüssel steht. Es gibt wohl kein Baustil, der mehr für die rumänische Kultur steht, als dieses kleine Schloss.

Schloss Mogoşoaia

Aus der Nähe betrachtet, hat das Haupthaus viele kleine liebevoll in die Architektur eingebettete Details.

Leider darf man im Inneren des Hauses keine Fotos machen. Ist zwar üblich, aber dennoch schade.

Das Schloss Mogoşoaia ist täglich für Besucher geöffnet, allerdings gibt es keine Führung und auch keinen Audioguide. In jedem Raum steht an den Wänden in mehreren Sprachen eine kurze Beschreibung der Räume und deren Zweck.

Laut Beschreibung ist diese Ansicht die Rückseite des Schlosses, auch wenn sie mir eher wie die Vorderseite vorgekommen ist. Mit der Terrasse in Richtung See und keinem Haupteingang ist es aber definitiv die Rückseite.

Der Anblick vom Haupthaus auf den See muss im Sommer sehr schön sein. Im Winter bekam ich davon nur eine entfernte Ahnung…

Links und rechts vom Eingang, direkt gegenüber dem Haupthaus, stehen noch zwei Gebäude im selben Baustil. Das erste Gebäude – links im Bild – wurde als Gästehaus des Herrschers gebaut. Heute dient das damalige Gästehaus als Veranstaltungsort. Soweit ich gelesen habe, kann man das Gebäude für alle möglichen Veranstaltungen mieten.

Das zweite Gebäude – Bild rechts – ist die ehemalige Küche. Es war damals ja üblich, die Küche außerhalb der Haupthäuser zu bauen, da man mit offenem Feuer kochte und die Brandgefahr sehr groß war. Im Inneren kann man auch heute, 300 Jahre später, die frühere Küche noch genau erkennen, in der Mitte die große Feuerstelle und die Arbeitsbereiche.

Dem Erbauer des Schlosses Mogoşoaia, Constantin Brâncoveanu, erging es nicht besonders gut. Er und seine vier Söhne wurden in Konstantinopel geköpft. Sein jüngster Sohn war damals gerade erst 12 Jahre alt. Er hatte auch sieben Töchter, die alle überlebt haben. Das Schloss wurde beschlagnahmt, von der Familie Brâncoveanu jedoch irgendwann wieder freigekauft.

Mogoşoaia - Ausgang

Die Hauptlinie der Familie starb nach 119 Jahren aus und das Schloss erlebte mehrere Besitzerwechsel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss von der kommunistischen Regierung von den Privatbesitzern beschlagnahmt und zum Kunstmuseum umgestaltet – was es heute noch ist.

Ich selbst fand den Besuch sehr interessant, da es mir ein Architekturstil nahegebracht hat, der für mein Geburtsland typisch ist. Im Winter ist ein Besuch allerdings nicht ganz so großartig, da die wunderschönen Gärten und der See drumherum im Sommer bestimmt viel schöner sind. Wenn ihr also zufällig in der Gegend sein, kann ich euch einen Besuch ab Frühjahr bis Herbst absolut ans Herz legen.


2 thoughts on “Kleine rumänische Juwelen – Schloss Mogoşoaia

  1. Annika Antworten

    Sehr schöne Bilder vom Schloss hast du da gemacht. Ich finde es sieht sehr Märchenhaft aus. Kann man das gute Stück denn auch von Innen besichtigen?

    1. Maria Antworten

      Hallo Annika,
      danke 🙂 Ja, das Schloss kann besichtigt werden. Es ist fast das ganze Jahr geöffnet, bis am ersten Weihnachtstag und Silvester, soweit ich das gelesen habe – aber ich informiere mich gerne nochmal genauer.
      Im Inneren des Schlosses ist das Fotografieren verboten und überall hingen Kameras, so dass ich mich nicht getraut habe, heimlich ein Bild zu schießen, aber das Innere ist sehr schön und bildet die Herrscherzeit des Erbauers sehr gut nach.
      Viele Grüße
      Maria

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