Düsseldorf – Die Hauptstadt am Rhein

Die Kölner sagen immer, dass an Düsseldorf nur eine einzige Sache gut ist und zwar die Autobahn nach Köln. Die Düsseldorfer sind derselben Meinung – über die Kölner: zwei Städte, zwei Rivalen, eine Tradition.

Tatsächlich nehmen es die meisten Kölner aber auch Düsseldorfer nicht ganz so ernst mit der Rivalität, es ist eher ein Jux. Zumindest habe ich es immer so empfunden. Korrigiert mich, wenn ich mich täuschen sollte…

Düsseldorf ist heute die Hauptstadt Nordrhein-Westfalens und Sitz der Landesregierung. Warum Düsseldorf und nicht Köln die zentrale Macht in NRW geworden ist, könnt ihr bei Wikipedia nachlesen 😉 Oder in der Kurzfassung hier: NRW – Gegensätze fanden zueinander. Ich lebe seit 16 Jahren in Köln und war tatsächlich nur drei Mal in Düsseldorf: das erste Mal, um eine Freundin zu besuchen, das zweite Mal auf dem Japan-Tag und das dritte Mal um Recherchen für den Blog zu machen. Habe ich die Stadt also vernachlässigt?

Düsseldorf - Skyline

Ich empfand Düsseldorf als schön und vielfältig. Erstaunlich allerdings, fand ich die Hauptstadt NRWs nicht herausragend schön und so gut wie nichts ist in meiner Erinnerung haften geblieben. So gut wie nichts sage ich deshalb, weil es doch den ein oder anderen Punkt gab, den ich an Düsseldorf doch interessant fand. Welche genau, könnt ihr hier lesen 😊

1. Der Medienhafen

Wie die meisten Städte, die an einem bedeutenden Fluss liegen, hatte Düsseldorf mal einen Hafen, der für den Handel von Bedeutung war. Ist heute nicht mehr so… also haben die Verantwortlichen, wie in anderen Städten auch, den Hafen kurzerhand umfunktioniert. Heute ist der Düsseldorfer Hafen ein „Medienhafen“ – im Grunde eine Fläche mit zu Bürogebäuden umgestalteten Lagerhallen. Dabei haben sich viele Architekten fantasievolle Gebäude einfallen lassen. Der Medienhafen sieht heute modern und sehr interessant aus.

Beim Rundgang durch den Medienhafen hat mir das Haus mit den kletternden Männchen am besten gefallen 😊 Offiziell heißt das Gebäude wohl Roggendorf-Haus, aber ich behalte es lieber anders in Erinnerung.

2. Die Machtzentrale NRWs – Der Landtag

Ich konnte es mir schlicht nicht verkneifen, ein wenig zu Posen… Von hier aus werden die Geschichte Nordrhein-Westfalens gelenkt. Nach den Wahlen 2017 wird Armin Laschet (CDU) den Posten des Ministerpräsidenten bekleiden und mit einer Koalition aus CDU und FDP regieren. Er folgt im Amt Hannelore Kraft (SPD).

Düsseldorf - Landtag

Ich finde es erstaunlich, dass man am Landtag einfach so spazieren gehen kann. Mein Besuch ist zwar einige Jahre her, aber bis heute ist mir nichts Gegenteiliges zu Ohren gekommen. In Zeiten des Terrors finde ich es bemerkenswert, wie wenig geschützt der Landtag ist, aber vielleicht konnte ich nur so nah an das Gebäude kommen, weil ich am Wochenende da spaziert bin und sowieso niemand da war? Ich will es mal hoffen…

3. Stadtpolitik – Das Rathaus

Das Rathaus der Stadt Düsseldorf sieht aus, wie ein mittelalterliches Verwaltungsgebäude und tatsächlich! Beim Nachlesen habe ich erfahren, dass das Gebäude bereits im 16. Jahrhundert als Sitz des Stadtrates gebaut wurde.

Vor dem Rathaus steht die Reiterstatue des Kürfürsten Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Herzog von Jülich-Berg und Kurfürst von der Pfalz. Ob der stattliche Reiter auf seinem stolzen Ross wirklich so stattlich war, ist heute zu bezweifeln – die Statuen solcher hohen Herren waren in der Regal arg übertrieben 😊 Übrigens war er ein Adelsspross der Wittelsbacher und somit war er eng mit König Ludwig dem II. (dem Märchenkönig mit seinen Märchenschlösser) und Kurfürst und Erzbischof von Köln Clemes August I. von Bayern (der Schloss Augustusburg in Brühl bei Köln gebaut hat) verwandt. Die Leidenschaft für das Schlösserbauen der Familie Wittelsbach hat sich aber beim Düsseldorfer Kurfürst nicht bemerkbar gemacht.

An dieser Stelle muss vielleicht erwähnt werden, dass die Düsseldorfer sehr stolz darauf sind, schuldenfrei zu sein 😊 Ist ja auch eine Leistung, muss man zugeben. Um diese Leistung besonders zu würdigen, gibt es am Rathaus eine Uhr, die nicht die Schulden zählt – wie in Berlin – sondern die Zeit, seitdem Düsseldorf schuldenfrei ist. Alle Achtung!

4. Berühmter Stadtsohn – Heinrich Heine

Eines der berühmtesten Düsseldorfer Stadtkinder ist Heinrich Heine. Ich war dennoch überrascht, wie wenig von Heine in Düsseldorf zu finden ist. Wären z.B. in Bonn überall der gute Beethoven hervorspringt (in Form von Statuen, Zitate, Plastiken usw.) gibt es in Düsseldorf zwar das Heinrich-Heine-Haus und natürlich eine Heinrich Heine Buchhandlung im Erdgeschoss seines Geburtshauses, aber sonst ist Heine kaum zu finden.

Die Stadt Düsseldorf sah das wohl irgendwann genauso und lies eines seiner bekanntesten Gedichte als Pflastersteine in den Boden versenken. Dennoch fand ich die Präsenz eines solch bedeutenden Dichters und Denkers in der Hauptstadt NRWs eher vernachlässigbar, besonders da man als Tourist erst gesondert auf die Pflastersteine aufmerksam gemacht werden muss, sonst übersieht man sie leicht. Seltsam…

5. Religion und Glaube – Die Düsseldorfer Kirchen

Kirchen und Gotteshäuser gehören meist nicht auf meinen Tagesplan, wenn ich unterwegs bin. Zum einen, weil alle Kirchen irgendwie gleich aussehen und zum anderen, weil ich mittlerweile zu viele gesehen habe… Dennoch haben zwei Kirchen in Düsseldorf meine Aufmerksamkeit erregt.

Düsseldorf - Neander-KircheZum einen die Neander-Kirche, eine evangelische Kirche im Zentrum Düsseldorfs. Interessant ist besonders die Lage des Gebäudes – es befindet sich tatsächlich in einem Hinterhof! Heute kaum zu glauben, aber früher durften Protestanten ihre Kirchen zwar bauen, aber bitte nicht so, dass sich die frommen Katholiken davon irgendwie gestört sein konnten. Folglich bauten die Protestanten ihre ersten Kirchen versteckt.

Zum anderen ist der Name Neander-Kirche nicht zufällig so ähnlich wie das Neandertal – sie gehen nämlich beide auf denselben Menschen zurück und zwar auf Joachim Neander.

Die zweite beeindruckende Kirche in Düsseldorf ist die katholische Andreaskirche –eine ehemalige Klosterkirche des Dominikanerordens. Im ehemaligen Kloster befindet sich heute ein Hotel. Was mich an der Kirche allerdings wirklich beeindruckt hat, ist das weiße Innere. Es sieht aus, wie geschnitzter Elfenbein, auch wenn ich weiß, dass das nicht der Fall ist 😊 Es sieht trotzdem so aus und ist sehr beeindruckend.

Wie die meisten Gebäude in den deutschen Großstädten wurde auch die Andreaskirche im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Der Wiederaufbau erfolgte meiner Meinung nach recht spät und zwar erst in den sechziger Jahren.

Ich finde, ein Besuch lohnt sich, ob man jetzt gläubig ist oder nicht. Das Innere ist einfach atemberaubend schön.

Und falls ihr euch wundert, warum es nur ein Bild vom Innenraum der St. Andreas Kirche gibt, die Neander-Kirche war leider bei meinem Besuch geschlossen. Ich weiß nicht mehr, warum.

6. Düsseldorf – Impressionen

Was gibt es noch Schönes in Düsseldorf zu sehen?

Für die begeisterten Besucher von Burgen und Schlösser sei gesagt, dass es das Düsseldorfer Stadtschloss nicht mehr gibt, was sehr traurig ist. Übrig geblieben ist nur noch ein kleiner Turm am Rhein, der heute als Schifffahrtsmuseum dient. Schade… schade…

Eine beeindruckende Skulpturenformation (oder wie man das nennt…) findet sich in unmittelbarer Nähe des Rheinufers und zwar da, wo die Dussel – namensgebender Fluss der Stadt Düsseldorf – in den Rhein fließt. Die Formation erzählt metaphorisch die Geschichte der Stadt. Ich finde sie sehr beeindruckend 😊

Ebenfalls von großer Bedeutung in der Düsseldorfer Innenstadt sind die Radschläger, die einem – im Gegensatz zu Heinrich Heine – tatsächlich auf Schritt und Tritt begegnen. Es gibt viele Legenden, die sich darum drehen, wie das Symbolbild der Rad schlagenden Kinder zum Wahrzeichen der Stadt wurde. Meistens hat es mit Schlachten zu tun und die Freude der Stadtbewohner und besonders der Kinder über die siegreichen Feldzüge.

Fazit

Düsseldorf ist eine interessante Stadt und die Altstadt hat vieles zu bieten. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten, kann ich die öffentliche Stadtführung hier leider nicht empfehlen. Wir wurden vom Reiseleiter von Kneipe zu Kneipe geleitet und mit verschiedene Kaufempfehlungen ausgestattet. Die eigentliche Stadtführung kam dabei etwas kurz. Es mag zwar nur eine persönliche Meinung sein, aber ich fand die Stadtführung einfach nicht ausreichend auf diese Art. Ich würde eher empfehlen, sich mit einem guten Reiseführer selbst auf den Weg zu machen. Da hat man mehr von.

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