Europa kulinarisch

Bei meinen Reisen quer durch Europa ist es auch ein erklärtes Ziel, die wunderbarsten einheimischen Leckereien zu entdecken. Im Laufe der Zeit kommt so einiges zusammen.

Die wichtigsten belgischen Leckereien

Brüsseler Waffel und Pommes

Wenn ich gefragt werde, was ist meine Lieblingsspeise in Belgien, habe ich Schwierigkeiten, zu antworten. Warum? Weil es in Belgien unendlich viele Leckereien zu naschen gibt.

Wenn ich in Brüssel bin, kaufe ich grundsätzlich zwei Sachen: Pommes zum Mittagessen und eine Waffel mit Vollmilchschokolade zum Dessert 😊

Kleiner Tipp von mir… setzt euch bitte nicht in ein Restaurant und bestellt Pommes oder Waffeln. Ihr würdet dieselben industriell gefertigten Pommes und Waffeln bekommen, wie hier in Deutschland. Das lohnt sich nicht. Wenn ihr durch Brüssel schlendert, seht ihr die vielen kleinen Imbissbuden, die Pommes oder Waffeln „auf die Hand“ anbieten – eine Waffel teilweise für knapp einen Euro. Auch wenn es eher ungewohnt ist und möglicherweise nicht qualitativ hochwertig anmutet – der Eindruck täuscht, kauft auf jeden Fall von den kleinen Imbissbuden. Sie machen die leckersten Waffeln und die besten Pommes. Setzt euch dann einfach in einen der zahlreichen kleinen Parks und genießt das üppige Mittagessen 😊

Rheinländische Spezialitäten

Aachener Printen

Durch die Nutzung als Weihnachtsgebäck wissen wir alle, was Printen sind. In Aachen jedoch, werden Printen das ganze Jahr über gegessen und jede Bäckerei in der Stadt stellt die Printen her. Ich kaufe auch immer viel zu viel davon, wenn ich mal in Aachen bin 😉

Bonn und sein Haribo

Ja, ich weiß, im Rheinland gibt es unendlich viele regionale Spezialitäten, aber ich finde, Haribo ist so stark mit Bonn verbunden, dass es hier eindeutig eine Erwähnung verdient hat 😉

Nur kurz dazu: vermutlich wissen die meisten Leser, dass HARIBO von Hans Riegel aus Bonn gegründet wurde, wodurch sich auch der Name herleitet. Hans Riegel, Bonbonkocher von Beruf, erfand in den frühen 1920er Jahren den „Tanzbären“, den heutigen „Gummibären“, der mittlerweile die ganze Welt erobert hat. Die sind aber auch lecker, die Dinger…

Missverständliches aus Köln

Wer in Köln einen Halven Hahn bestellt und ein halbes Hähnchen erwartet, wird eine große Überraschung erleben. Ein Halver Hahn ist im Rheinland ein Roggenbrötchen mit einer dicken Scheibe Käse.

Es gibt mehrere Erklärungen dafür, warum der Halve Hahn so heißt, allerdings erscheint mir bis jetzt keine besonders schlüssig 🙂 Für mich ist am Halven Hahn doch etwas zu viel Käse dran…

Hessische Leckerbissen

Als ich neulich in Hessen war und durch die Moore der Röhn gewandert bin, hatte ich die Gelegenheit, einige traditionelle Gerichte der Region kennenzulernen. Die möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Zum einen Leberkäs mit Musik

Hier Musik nicht ganz normal „Musik“ aussprechen, sondern mit Betonung auf „U“, wir mir beigebracht wurde 😉

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Was ihr im Bild seht ist zum einen der Käse, bzw. der Leberkäs (diese runden gelblichen Stückchen). Der Käse schmeckt sehr eigen, ich kann den Geschmack gar nicht so richtig beschreiben. Mir hat es auf jeden Fall geschmeckt – es war nur eben ein wenig viel Käse auf dem Teller…

Die Musik ist natürlich die „Komposition“ drum herum, die hauptsächlich aus Zwiebelstückchen und einer Soße besteht. Bitte fragt mich nicht, was in der Soße war, im Internet war das Gericht so gut wie unauffindbar. Wenn jemand einen Tipp für mich hat, bin ich immer dankbar über jede Info!

Zum anderen Grüne Soße04b-gruene-sosse-mit-kartoffel

Im Originalnamen wohl „Frankfotter Grie Soß“ hat mir mit Pellkartoffeln unheimlich gut geschmeckt 🙂

Laut Wikipedia ist die Soße nicht nur in Deutschland bekannt, allerdings wird sie speziell in Frankfurt als kalte Soße zu Fleisch oder Kartoffeln (oder beides) dazu gereicht. Sie hat eine Basis aus Schmand oder Saure Sahne und besteht aus nicht weniger als sieben verschiedenen Kräutern: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch (okay, von den meisten habe ich nicht einmal gehört – bin echt keine Köchin 😉 ). Dazu werden manchmal auch gekochte Eier hinzugefügt.

Britische Spezialitäten

Was sind britische Spezialitäten? Fish and Chips, Porridge, Pudding… kennen wir alle. Außerdem scheinen Briten auch wirklich alles zu frittieren, inklusive Schokoriegel – ich will gar nicht wissen, wie die schmecken (vermutlich gruselig).

Heute dennoch möchte ich euch in London einen winzig kleinen Laden in Soho empfehlen, der auf mich einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Das Problem ist nur, ich weiß nicht mehr genau, wie der Laden heißt *lol* also wenn ihr ihn wieder erkennt, bitte gebt mir Bescheid 🙂

03a - Kleiner Laden in Soho - LondonWir waren den ganzen Tag unterwegs und sind durch London spazieren gegangen. Irgendwann waren wir auch in Soho und hatten Hunger. Dabei sind wir auf diesen Laden gestolpert, der schon von außen einen robust-rustikalen Eindruck gemacht hat. Wir sind reingegangen und hatten ein kulinarisches Erlebnis.

Überall standen Töpfe und Pfannen und man bezahlte pro Person. Danach konnte man sich aus den Töpfen und Pfannen so viel auf den Teller tun, wie man essen (oder tragen) konnte. Das Essen ist 100% Bio und schmeckt absolut lecker, dabei findet man in den Töpfen gute bürgerliche Küche, also nichts Ungewöhnliches. Dennoch ist der Laden eine Empfehlung wert, da es so viel anders ist, als normale Restaurants.

Ebenfalls in Großbritannien bin ich in den Genuss riesiger Reisbällchen gekommen.

Importiertes EssenDiese Reisbällchen haben verschiedene Füllungen – meins hatte gekochtes Hühnchen – die mit einem festen Reismantel umgeben sind. Drumherum kommt dann noch Panade.

Gefunden habe ich die Köstlichkeiten an einem Marktstand und war davon begeistert. Nach einem Reisbällchen war ich pappsatt und hatte das Mittagessen gespart. Nahrhaft und lecker – was will man mehr?

Wie ich mittlerweile erfahren habe, sind die Reisbällchen wohl importiert – höchstwahrscheinlich aus Sizilien 🙂 Wenn ich mal in Italien bin, werde ich nach den runden Köstlichkeiten die Augen weit offen halten, um noch mehr Sorten davon zu probieren. Ich kann mir gut vorstellen, mich eine Woche lang nur von Reisbällchen zu ernähren *hehe*

Ergänzung: Mittlerweile habe ich mehrere Tipps bekommen, wo die Reisbällchen wohl ihren Ursprung haben könnten. Leider kann ich (noch) keine konkrete Aussage dazu treffen, da die Tipps wirklich weltumspannend waren, von Sizilien bis Indien. Ich warte gespannt auf weitere Tipps und informiere euch, sobald ich Konkreteres weiß. Es bleibt spannend 😉

Französische Delikatessen

Frankreich ist berühmt für seine gute – wenn auch manchmal befremdlich anmutende – Küche, die einem zum Beispiel Froschschenkel serviert 🙂 04 - Frankreich KäseMit Frankreich verbinde ich aber in erster Linie die hervorragenden, in der ganzen Welt berühmten Weine und die originellen Käsesorten. Käse nimmt in Frankreich einen besonderen Wert ein. Käse wird nach so gut wie jeder Mahlzeit serviert und die meisten Regionen Frankreichs haben ihre eigenen Käsesorten. Persönlich schätze ich, dass Camembert hierzulande die bekannteste französische Käsespezialität ist, allerdings ist das nur eine Spekulation, da ich es nicht geprüft habe 🙂

05 - Frankreich MacaronsDie süßeste Verführung seit es Gebäck gibt, wurde meiner Meinung nach mit den Macarons erfunden. Sie stammen ebenfalls aus Frankreich und haben mittlerweile die ganze Welt erobert. Die Mandel-Baiser-Kekshälften aus denen die Macarons bestehen, haben ein besonders schmackhaftes Innenleben, das aus Marmelade, Schokolade oder andere Köstlichkeiten besteht.

Macarons haben unterschiedliche Geschmacksrichtungen und leuchten in den buntesten Farben. Wer kann den bunten Köstlichkeiten nur widerstehen?

Rumänische Köstlichkeiten

Eines der bekanntesten rumänischen Leckereien sind die „Sarmale“, eine Art Krautwickel, wie sie im Süden Deutschlands auch ab und an zubereitet werden, auch wenn auf eine ganz andere Art. Wenn Krautwickel außerhalb von Rumänien bekannt sind, dann meistens in Form von Hackfleisch in Weinblättern.

Die rumänischen Krautwickel bestehen auch aus Hackfleisch (halb Rind, halb Schwein), werden in Sauerkrautblätter gewickelt und im Backofen mehrere Stunden lang gebacken. Im Topf kommt auch Speck und das, was vom Sauerkraut nach dem Wickeln übrig bleibt hinzu, damit der Geschmack unterstützt wird.

Ich mag jetzt nicht behaupten, ich wüsste, wie man Sarmale zubereitet, denn ich habe keine Ahnung 😉 ich hab nur im Laufe der Jahre das ein oder andere aufgeschnappt.

Der Geschmack der Sarmale ist absolut typisch, weil die Zubereitung des Sauerkrauts sehr spezifisch und – soweit ich verstanden habe – recht kompliziert ist. Es wird nicht in den Familien zubereitet, sondern wird fertig gekauft. Jede Familie schwört auf einen anderen Lieferanten von Sauerkraut und so schmecken die Krautwickel auch in jede Familie ein wenig anders.

Wenn man in Rumänien ist, muss man einfach eine Portion Sarmale gegessen haben 🙂

Bere UrsusIch bin zwar kein Biertrinker und für mich schmeckt ein Bier wie das andere, aber für diejenigen, die gerne an Feierabend ein einheimisches Bier trinken möchten…

Eine der bekanntesten rumänischen Biere ist „Ursus“. Biertrinker bezeichnen sie als eine der besten rumänischen Biere. Mit meiner nicht vorhandenen Expertise kann ich das nicht beurteilen, gebe die Information aber gerne weiter.

Prost! Oder wie es rumänisch richtig heißt: Noroc! (übersetzt = Glück!). Nicht wundern, wenn ihr einem Rumänen zuprostet und er oder sie erstmal verdattert guckt. „Prost“ bedeutet rumänisch „dumm“, also kann es durchaus zu Missverständnissen kommen 🙂